| | Missionsberufe
Christen haben eine Mission „Das Evangelium vom Reich Gottes" (Lk 4,43) aller Welt zu verkünden, ist der Auftrag der Kirche. Sie kann der Welt keinen besseren Dienst tun. Wenn das Evangelium unter die Menschen kommt, dann wächst das Reich Gottes, das durch Jesus Christus unwiderruflich angebrochen ist. Will die Kirche zu Beginn des dritten christlichen Jahrtausends die Zeiten der Zeit verstehen, sieht sie sich gerade angesichts der wachsenden Globalisierung nachdrücklich herausgefordert, die vielen Völker der Erde und nicht zuletzt sich selbst mit dem Evangelium vertraut zu machen. Dafür braucht es Menschen, die sich senden lassen: Missionare und missionarische Menschen, Frauen und Männer, die sich die Weitergabe des Glaubens zur Lebensaufgabe machen.
Der Auftrag Mission ist ansteckende Hoffnung, die von Jesus selbst ausgeht. Er selbst gab seinen Jüngern den Auftrag: „Geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern." (Mt 28,19) Ziel der Mission ist daher die Bezeugung der Liebe Gottes zu allen Menschen im gekreuzigten und auferstandenen Christus. Von Anfang der Kirche an wird daher ihr inneres Wesen von diesem Grundauftrag bestimmt: Sie ist als Gesandte zu den Völkern unterwegs und bezeugt als Glaubensgemeinschaft in der Kraft des Geistes das, was Gott durch Jesus Christus wirkte.
Weltmission heißt, Grenzen zu den Anderen hin zu überschreiten und ihnen in Respekt vor ihrer Andersheit das Evangelium so glaubwürdig zu bezeugen und zu verkünden, dass sie sich eingeladen wissen, Jesus nachzufolgen und sein Evangelium anzunehmen." („Allen Völkern Sein Heil", S. 37)
Der Einsatz Missionarinnen und Missionare arbeiten heute als Schwestern und Brüder, als Priester und Laien dort, wo sie von den jeweiligen Ortskirchen gebraucht werden. Sie wollen die Kirche vor Ort bei ihrem Verkündigungsauftrag unterstützen und beim Aufbau einer von der Liebe Christi geprägten Gesellschaft mitwirken. In vielen Regionen tragen sie wesentlich dazu bei, dass Gemeindeleben überhaupt und die nötigen Kirchenstrukturen entstehen. Dabei ist missionarisches Handeln stets ein wechselseitiges Geschehen und schon lange keine Einbahnstraße mehr. Der Wandel von der Westkirche zur Weltkirche zeigt sich besonders darin, dass in den Kirchen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas fast überall einheimische Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien die Verantwortung für ihre Diözese übernehmen. Hier ist der Einsatz von auswärtigen Missionaren - in Nord und Süd - konkreter Ausdruck einer lebendigen, weltkirchlichen Solidargemeinschaft. Missionar/in sein heißt heute, ernst machen mit der Sendung der Kirche, allen Menschen die Heilszusage Gottes zuzusprechen und am Aufbau einer weltweiten Gemeinschaft von Menschen mitzuwirken, die umeinander wissen, füreinander eintreten und miteinander beten.
Wesentlich wird Mission von drei Elementen bestimmt: Verkündigung des Wortes Gottes Missionare und Missionarinnen wollen in den verschiedensten Bereichen und Tätigkeiten das Evangelium verkünden und in die Praxis umsetzen. So setzt sich in der Mission die Auslegungsgeschichte des christlichen Glaubens weltweit fort. Dies geschieht in den Sprachen und Ausdrucksmöglichkeiten der Völker und ihrer Kulturen. Innerhalb der Gesamtkirche entstehen so neue Glaubenstraditionen.
Gründung von neuen und erneuerten Gemeinden Mission erfordert Geduld. Sie beginnt mit der Verkündigung des Evangeliums an die Völker und Gruppen, die noch nicht an Christus glauben; sie geht weiter in der Errichtung christlicher Gemeinden, die Zeichen der „Gegenwart Gottes in der Welt" (AG 15) sein sollen, und in der Gründung von Ortskirchen. Sie erfordert einen Vorgang der Inkulturation, durch den das Evangelium in den Kulturen der Völker eingepflanzt wird, wobei es nicht erspart bleibt, auch Misserfolge zu erleben. Ortskirchen, die sich selber leiten, erhalten und ausbreiten, sind in die Gesamtkirche integriert und tragen wesentlich zu ihrer Bereicherung bei.
Evangeliumsgemäße Gesellschaftsveränderung Die oft materiell armen Kirchen suchen Menschen, die mit ihnen leben und arbeiten, die ihre Fähigkeiten, Talente, Ausbildung und Erfahrung in die Gemeinden einbringen und die Zeugnis geben von ihrem Glauben. Sie arbeiten an der Basis und stellen sich den Problemen vor Ort: menschenwürdige Arbeit und gerechter Lohn, Solidarität und gerechte Verteilung der Güter, Bewahrung der Schöpfung, Verwirklichung von Freiheit und Menschenrechten, Demokratisierung und Überwindung von Rassismus. In besonderer Weise werden heute Missionare und Missionarinnen durch die Betreuung und Begleitung von Straßenkindern, Slumbewohnern und Flüchtlingen sowie Alten und Kranken, darunter auch zunehmend AIDS-Kranke, herausgefordert.
Die Möglichkeiten Ordensmann/ Ordensfrau Klassische Missionare und Missionarinnen auf Lebenszeit sind nach wie vor die Ordensleute: Priester, Brüder und Schwestern. In Deutschland gibt es zum einen Ordensgemeinschaften, die sich ausdrücklich als Missionsorden verstehen; ihre Mitglieder verbringen fast alle einen großen Teil bzw. ihr ganzes Leben in einem Missionsland. Zum anderen gibt es Orden, bei denen sich ein Teil der Ordensmitglieder für einen Einsatz in der Mission bereitstellt.
Diözesanpriester, Pastoral-/ oder Gemeindereferent/-in Das Zweite Vatikanische Konzil forderte die einzelnen Diözesen auf, Priester und kirchliche Mitarbeiter für den Einsatz in den jungen Kirchen anderer Kontinente freizustellen als Ausdruck der Einheit mit der Gesamtkirche und des gegenseitigen Dienstes zwischen den Teilkirchen. Über die Möglichkeit des zeitlich befristeten missionarischen Einsatzes von Diözesanpriestern, Pastoral- und Gemeindereferenten/-referentinnen geben die jeweils zuständigen Referate (Referat Weltkirche) in den Bischöflichen Ordinariaten bzw. Generalvikariaten und die FIDEI DONUM Koordinationsstelle in Essen Auskunft.
Missionar/in auf Zeit Hinsichtlich eines zeitlich befristeten Einsatzes bieten die missionierenden Orden Deutschlands zwei Möglichkeiten an: Modell A: 3- bis 5-jähriger Einsatz. Voraussetzung: Alter: ca. 23 bis 35 Jahre, abgeschlossene Berufsausbildung oder Studium, Berufserfahrung. Für die Dauer dieses Einsatzes wird die Bereitschaft erwartet, sich in die Lebensordnung der gewählten Ordensgemeinschaft einzufügen. Modell B: Zeitlich befristeter Einsatz von 6-12 Monaten. Alter ca. 19 bis 35 Jahre. Der kurz befristete Missionseinsatz soll es ermöglichen, Menschen einer anderen Kultur und ihre Umwelt kennen zu lernen. Ein kurz befristeter Einsatz kann oft nur ein „Mitlaufen" sein, da die Gewöhnungsphase an Mentalität, Sprache und Klima des jeweiligen Landes viel Zeit erfordert.
Voraussetzungen
Motivation aus dem christlichen Glauben;
menschliche Reife und Beziehungsfähigkeit;
Offenheit für neue Länder, Kulturen und Lebensweisen;
Bereitschaft, neue Fremdsprachen zu erlernen, bzw. Sprachkenntnisse;
abgeschlossene Berufsausbildung und Berufserfahrung (außer Missionare auf Zeit);
Bereitschaft zur Teamarbeit und Übernahme von Verantwortung;
Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit;
Ideenreichtum und Flexibilität.
Wer hilft weiter? Die Diözesanstelle Berufe der Kirche www.missionsrat.de www.dbk.de/die-mission-der-weltkirche www.missionarIn-auf-zeit.de www.ageh.de fidei-donum@adveniat.de www.medmissio.de www.missio.de | |