30. November

Heiliger Andreas, Apostel

Eucharistiefeier

 

Intension: Priester

 

Leitwort

Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündigt? (Röm 10,14)

 

Einführung

Mit Werbung werden wir heutzutage überall und in allen Medien konfrontiert. Unter diesen äußeren Impulsen und Beeinflussungen das Richtige, das Gute für sich herauszufiltern, fällt vielen Menschen schwer oder ist ihnen gar unmöglich.

Bitten wir auf die Fürsprache des heiligen Apostels Andreas, dessen Gedenktag wir heute mit der Kirche feiern, darum, dass junge Menschen neben den vielen Informationen und Erlebnissen auch die Stimme Gottes wahrnehmen können und bereit sind, wie der heilige Andreas auf Gottes Wort zu hören. Bitten wir für die Priester, die in der Nachfolge der Apostel stehen, dass es ihnen gelingt, den Ruf Gottes im Alltag vernehmbar zu machen und selbst auf Gott zu hören.

 

Kyrie

Herr Jesus Christus,

in der Stille sprichst du zum Herzen des Menschen. Hab Erbarmen mit uns, die wir von Tönen und Worten zugeschüttet zu werden drohen.

In der Begegnung mit Menschen erfahren wir deine Gegenwart. Hab Erbarmen mit uns, die wir oft nur auf das Oberflächliche schauen.

In den Sakramenten bist du gegenwärtig. Hab Erbarmen mit uns, die wir dich so oft nicht erkennen.

 

Tagesgebet MB 855

Allmächtiger Gott,

du hast deiner Kirche

den heiligen Apostel Andreas

als Boten des Glaubens und als Hirten gegeben.

Erhöre unser Gebet

und gib, dass auch die Kirche unserer Tage

die Macht seiner Fürsprache erfahre.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Lesung

Röm 10, 9–18

 

Evangelium

Mt 4, 18–22

 

Fürbitten

Herr Jesus Christus, der heilige Apostel Andreas ist dir nachgefolgt und hat dein heiliges Evangelium verkündet. Auf seine Fürsprache rufen wir zu dir:

 

Du hast die Apostel um dich gesammelt, dass sie dir folgen. Wir bitten dich um junge Männer, die dir in unserer Zeit im Priesterberuf nachfolgen.

 

R Herr Jesus Christus. – Wir bitten dich erhöre uns.

 

Kinder und Jugendliche sind die Zukunft unserer Gesellschaft und der Kirche. Wir bitten dich für alle jungen Menschen, dass sie deine Zuwendung erfahren und sich dir öffnen. R

 

Priester und Ordensleute folgen dir zu allen Zeiten nach. Gib ihnen deinen Heiligen Geist,  dass sie gestärkt in deinem Dienst leben. R

 

Generationen von Seelsorgern und Seelsorgerinnen haben dein Wort verkündet. Nimm dich ihrer an, vergelte ihnen das Gute, das sie getan haben, verzeih ihnen, wo sie gefehlt haben, und nimm sie auf in dein Reich. R

 

Denn du wirst in Herrlichkeit wiederkommen, wie du es verkündet hast. Dich erwarten wir voller Freude und Dankbarkeit. Dir sei die Ehre, jetzt und in Ewigkeit.

 

Gesänge

 

Zum Einzug

GL 543 – Wohl denen, die da wandeln

Gloria

GL 168

Antwortpsalm

GL 454  – Verse laut Lektionar

Zur Gabenbereitung

GL 368 – O lieber Jesu

Sanctus

GL 194

Agnus Die

GL 208

Zum Dank

GL 551 – Nun singt ein neues Lied dem Herren

Nach dem Segen

GL 523 – O Maria, sei gegrüßt

 

 

Wort-Gottes-Feier

 

Leitwort

Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündigt? (Röm 10,14)

 

Lied

GL 542, 1+4+6 – Ihr Freunde Gottes allzugleich

 

Liturgische Eröffnung

GL 669,2

 

Einführung

„Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündigt?“ (Röm 10,14) Diese Frage des Apostels Paulus aus dem Brief an die Römer steht als Leitwort über dem heutigen Gebetstag um geistliche Berufungen. Aus heutiger Perspektive, in Zeiten nur spärlich besetzter Priesterseminare liest sie sich – für sich genommen – wie ein Ausruf der Not oder auch wie ein dringlicher Appell, der letztlich an uns alle ergeht. Vieles in unserer Kirche befindet sich im Umbruch, vieles wird sich in den kommenden Jahren neu ordnen und neu finden müssen, gewohnte, lieb gewonnene Strukturen werden sich verändern.

 

Paulus schrieb seinen so bedeutenden Brief an die Gemeinde von Rom in der Anfangszeit des Christentums, als die Kirche noch gar nicht so bestand, wie wir sie heute kennen. Paulus reiste damals von einer kleinen Gemeinde zur nächsten und setzte sich gewissermaßen in Kleinstarbeit für die Einheit der Christinnen und Christen vor Ort und für das Wachsen der Kirche Jesu ein. Wie  wir heute wissen, ist es ihm gelungen, einen fruchtbaren Anfang zu setzen. Noch heute ist sein Wirken für uns bedeutend, sind seine Schriften für uns eine Inspiration. Aus den ersten christlichen Gemeinden konnte sich Großes entwickeln und über die Jahrhunderte hinweg eine Weltkirche heranwachsen: eine beeindruckende (Heils-)Geschichte, für die wir dankbar sein können.

 

Heute, am Gedenktag des heiligen Andreas stehen wir wieder an einem Beginn, am Beginn des neuen Kirchenjahres, das am kommenden ersten Adventssonntag für uns alle sichtbar anbrechen wird.  Der Name Andreas stammt etymologisch vom griechischen Wort andreia, das u.a. mit Tapferkeit übersetzt werden kann.

In der Tugend der Tapferkeit können uns die Apostel Andreas und Paulus ein Vorbild sein. Unter ganz anderen Umständen als wir heute, ja sogar in großer Bedrohung lebten sie ihren Glauben und traten für Jesus ein. Sie ließen sich nicht einschüchtern von Unwägbarkeiten, sondern gingen mutig voran.

Mit Tapferkeit und Zuversicht wollen wir gemeinsam ins neue Kirchenjahr aufbrechen. Und am heutigen Gebetstag um geistliche Berufungen  wollen wir zudem ganz bewusst für die Priester unserer Kirche beten.

 

Christusrufe

Jesus Christus,

du rufst uns in deine Nachfolge.

Durch das Wirken der Apostel hast du deine Kirche erbaut.

Du machst auch uns Mut, uns für dein Reich einzusetzen.

 

Gebet

GL 669,4

 

Lesung

Röm 10, 9–18

 

Psalm

Psalm 19: GL 35,1 +2

 

Ruf vor dem Evangelium

GL 322 (nur Kehrvers)

 

Evangelium

Mt 4, 18–22

 

Gebet

GL 678,1

 

Lied

GL 346 – Atme in uns, Heiliger Geist

 

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du hast Simon Petrus, Andreas und alle deine Jünger zu Menschenfischern gemacht. Auch heute benötigen wir Männer und Frauen, die eine solche Gabe besitzen. Dieses und andere Anliegen wollen wir dir in unseren Fürbitten anvertrauen.

 

Im vergangenen Jahr war es 90 Jahre her, dass eine einzelne Frau mutig voranging und Mitstreiterinnen suchte, um für die Berufung von jungen Männern zum Priestertum zu beten – eine Sorge, die uns auch heute bewegt und die Gebetsgemeinschaft des Päpstlichen Werkes für geistliche Berufe lebendig sein lässt. Wir bitten dich: Schenke deiner Kirche die Priester, die sie benötigt, um in den Anforderungen der heutigen Zeit bestehen zu können.

 

R Herr Jesus Christus, wir bitten dich, erhöre uns.

 

Viele Priester setzen sich tagtäglich dafür ein, ihre Berufung zu verwirklichen und deine Botschaft zu den Menschen zu bringen. Wir bitten dich: Stärke sie in ihrem Wirken und lass sie die Bedeutung und die schönen Seiten ihrer Arbeit möglichst oft erfahren. R

 

In den vergangenen Jahren mussten wir schmerzlich erfahren, wie fehlbar unsere Kirche und diejenigen, die in ihr Verantwortung tragen, sein können. So bitten wir dich: Reinige deine Kirche von dem Bösen, das auch sie bedrängt, vergib denjenigen ihre Schuld, die sie in Reue anerkannt haben, und hilf allen, die unter den Fehlern und begangenen Taten leiden mussten. R

 

Die großen Veränderungen, die unsere Kirche derzeit durchlebt, bedeuten eine Herausforderung, aber zugleich auch einen Auftrag. So bitten wir dich: Gib allen Gläubigen den nötigen Mut und die Zuversicht, um gemeinsam Neues zu wagen und offen zu sein für die gemeinsame Verantwortung, in der Priester, pastoral Tätige und Laien zueinander stehen. R

Ordensleute sind schon seit Jahrhunderten Vorbild in einem Leben für dich und in der Entfaltung der eigenen Charismen. So bitten wir dich: Stütze die Ordensleute und alle Frauen und Männer, die sich dir ganz geweiht haben, in ihrem Dienst für die Welt. R

 

Das griechische Wort andreia steht auch für den Mut. Mut und Unerschrockenheit sind Eigenschaften, die gerade junge Menschen auszeichnen, die ihr Leben  mit großer Offenheit annehmen und gestalten wollen. So bitten wir dich: Schenke unserer Kirche viele junge Menschen, die ihre Kreativität und Lebensenergie für dich und ihre Mitmenschen einsetzen. R

 

Mit diesen und allen Bitten, die uns am Herzen liegen, gehen wir dem Advent entgegen, der Zeit des Jahres,  in der du uns besonders greifbar entgegenkommst und in der wir uns bereitmachen für die Begegnung mit dir am Fest deiner Geburt. Begleite uns auf diesem Weg. Darum bitten wir dich, Christus, unseren Bruder und Herrn.

 

Lied

GL 418, 1–4 –Befiehl du deine Wege

 

Vaterunser

Wir wollen miteinander beten, wie der Herr uns zu beten gelehrt hat: Vater unser…

 

Segensbitte

GL 671,3

 

Lied

GL 381 – Dein Lob, Herr, ruft der Himmel aus

 

 

 

 

Dr. Anselm John, St. Ulrich