2. August 2018

Donnerstag der 17. Woche im Jahreskreis



Eucharistiefeier

 

Intention: Ordensleute

 

 

Leitwort

Da erging an mich das Wort des Herrn. (Jer 18,5)

 

Einführung

Beide Lesungen, die wir heute aus der Heiligen Schrift hören werden, erschrecken.

Da geht es zum einen um den Propheten Jeremia, der von Gott zu einem Töpfer geschickt wird – nur um ihm vor Augen zu führen, dass er, Gott, in der Lage ist, die Geschicke des Volkes Israels und damit letztlich der ganzen Welt beliebig zu formen. Und da hören wir zum anderen aus dem Mund Jesu von der unbequemen Erkenntnis, dass Gott einmal als Richter vor uns stehen und Böse von Gerechten scheiden wird.

Beide Lesungen zeugen von der Macht Gottes. Als Christen wissen wir, dass Gott seine Macht allerdings nicht missbraucht, dass er ein uns zugeneigter Gott ist, der uns in die Nachfolge seines Sohnes ruft und auf unsere Antwort hofft.

Eine radikale Antwort auf diesen Ruf Gottes geben die Ordensleute in ihrem gelebten Versprechen gemäß den evangelischen Räten. Das Wort „radikal“ stammt vom lateinischen Wort für Wurzel: „radix“. Das Antwortgeben der Ordensleute ist somit in einem mehrfachen Sinne radikal.

Es ist eine Antwort im Wissen um die Wurzel ihres Lebens: Gott, der die Macht hat, Leben zu schenken und zu formen, trägt sie. So können sie ganz für ihn und die Menschen da sein.

 

Kyrie

Herr Jesus Christus,

du verkündest uns das Reich Gottes.

Du rufst uns in deine Nachfolge.

Du schenkst uns das ewige Leben.

 

Tagesgebet (MB 276)

Gott, unser Vater,

alles Gute kommt allein von dir.

Schenke uns deinen Geist,

damit wir erkennen, was recht ist,

und es mit deiner Hilfe auch tun.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Lesung

Jer 18,1–6

 

Evangelium

Mt 13,47–52

 

Fürbitten

In der Berufung der Propheten und im Wirken Jesu wird deutlich, dass du, Gott, unsere Nähe suchst und wir dir am Herzen liegen.

Im Vertrauen darauf, dass du dich uns immer wieder zuwenden wirst, kommen wir mit unseren Bitten zu dir:

Wir sind dankbar für die Vielfalt, in der uns Frauen und Männer in den Orden und in den Gemeinschaften des geweihten Lebens Zeugnis von Gottes Zuwendung geben. Wir bitten dich: Sende deinen Geist aus, damit wir auch heute mit Freude und Kreativität Wege zu dir suchen.

 

R Starker Gott. – Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Wir sind dankbar dafür, dass du auch heute Männer in deinen Dienst als Priester rufst. Wir bitten dich: Bestärke durch das Wirken der Priester die Gemeinschaft der Glaubenden, damit sie in der Feier der Sakramente deine Nähe spürt. R

 

Wir sind dankbar dafür, dass du uns in unserem Leben begleitest und uns nicht fallen lässt. Wir bitten dich: Steh den Schwachen und Kranken bei, damit sie ihr Leid tragen können. R

 

Wir sind dankbar für die jungen Menschen, die sich in der Kirche beheimatet fühlen. Wir bitten dich: Hilf uns allen, damit wir das Miteinander der Generationen in unserer Kirche in guter Weise gestalten. R

 

Starker Gott, wir wollen auch für uns selbst bitten, dass wir offen dafür sind, uns von dir formen zu lassen. Hilf uns, dass wir unser Leben in deinem Sinne führen und mitwirken am Kommen deines Reiches. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

Gesänge

 

Zum Einzug

GL 142 – Zu dir, o Gott, erheben wir

Antwortpsalm

GL 76,1+2

Halleluja

GL 175,6 – Vers laut Lektionar

Zur Gabenbereitung

GL 146 – Du rufst uns, Herr, an deinen Tisch

Sanctus

GL 106

Agnus Dei

GL 107

Zum Dank

GL 382,1-3+5 – Ein Danklied sei dem Herrn

 

 

 

Dr. Anselm John, St. Ulrich

 

 

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Stationengottesdienst

 

Intention: Ordensleute

 

 

Leitwort

Da erging an mich das Wort des Herrn. (Jer 18,5)

 

Vorbereitung

ggf. Taufbrunnen öffnen, Osterkerze entzünden

Opferlichtständer vorbereiten, Opferlichter bereithalten

 

Regie: Die Gemeinde versammelt sich am Taufbrunnen.

 

Einführung

Wir beten in diesem Gottesdienst für Ordensleute. Als Ordensfrau oder Ordensmann zu leben, ist im Augenblick nicht gerade angesagt. Vielleicht weil wir nicht mehr gewohnt sind, einen anderen über unser Leben entscheiden zu lassen. Schließlich sind wir ja selber unseres Glückes Schmied.

In der Lesung greift Gott das Bild des Töpfers auf und stellt die Frage: „Kann ich nicht mit euch verfahren wie dieser Töpfer?“, also wie jemand, der einen so lange formt, bis er mit dem Ergebnis zufrieden ist.

Menschen werden immer wieder durch andere zurechtgestutzt und verformt. Was bedeutet es dagegen, sich von Gott formen zu lassen?

Ich glaube, Gott will uns in Form bringen, wie ein Trainer seine Mannschaft in Form bringt, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Gott will mit uns keine Spiele gewinnen, aber er möchte, dass wir den Siegespreis des Lebens erhalten. Dazu will er uns stärken. Das erreichen wir, indem wir uns von ihm in Form bringen lassen und damit unserer Berufung gerecht werden. Dazu braucht es Mut, mehr Mut, als viele Menschen ihn aufbringen: den Mut zum Dienen, Demut.

Es gehört zu den besonderen Charismen von Ordensleuten, sich Gott in dieser Weise – mutig – auszuliefern. Letztlich bleibt es aber eine Herausforderung für uns alle, die wir uns Christen nennen. Durch die Taufe wurden wir in Gottes Mannschaft aufgenommen. Deshalb beginnen wir diesen Gottesdienst hier am Taufbrunnen.

 

Liturgische Eröffnung

Wenn wir uns jetzt mit dem Weihwasser bekreuzigen, bekräftigen wir dadurch, dass wir diesen Mut aufbringen wollen. Wir können dies tun, weil Gott in der Taufe sein Ja zu uns spricht. Daran erinnern wir uns bewusst: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

Christusrufe

Herr Jesus Christus,

du bist das Wort, mit dem Gott uns ruft.

Du bist das Wort, in dem Gott unser Leben begleitet.

Du bist das Wort, durch das Gott uns verwandelt.

 

Tagesgebet (MB 306, Nr. 5)

Gott, du bist da.

Deine Gegenwart umhüllt und durchdringt uns

wie die Luft, die wir atmen,

ohne die wir nicht leben können.

Gib, dass wir dir ganz vertrauen

und leben ohne Angst.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Prozession zum Altar

dabei: GL 457 – Suchen und Fragen

 

Lesung

Jer 18,1–6

 

Antwortpsalm

Psalm 84 – GL 653,3+4

 

Halleluja

GL 174,8 – Vers laut Lektionar

 

Evangelium

Mt 13,47–52

 

Impuls

Gott bringt in Form. Das bedeutet nicht, ein Christ von der Stange zu werden, eine Kopie von Jesus Christus. Gott braucht Originale: originelle Menschen, die Gottes Liebe und Menschenfreundlichkeit auf ihre Art bezeugen. Dazu hören wir Gedanken von Madeleine Delbrêl:

 

Nicht eine Kopie, sondern ein Original (aus: Madeleine Delbrêl, Die Liebe ist unteilbar.  Johannes Verlag Einsiedeln, Freiburg 32007, 47f.)

 

„Jesus nachahmen und ihm nachfolgen ist durchaus keine Art Retrospektive auf das Evangelium. Ebensowenig besteht Nachfolge in der Anwendung einer Methode der Betrachtung oder des Handelns.

Nachfolge heißt, von Jesus lernen, was Jesus ist, wie Jesus lebt und wofür Jesus lebt, und auf diese Weise Schritt für Schritt lernen zu werden, was er ist, zu leben, wie er es will und es aus demselben Grund zu leben wie er.

 

Nicht verwechseln, was im Leben Christi Mittel dazu war, ihm zu ermöglichen als Sohn Gottes unter uns zu leben, mit dem Wesentlichen seines Lebens als menschgewordener Sohn Gottes.

Nicht verwechseln die großen übernatürlichen Mittel, die er uns gelehrt hat, mit den menschlichen Umständen seines Lebens.

Wir müssen mit unseren eigenen Lebensumständen dem gehorchen, was er uns gelehrt hat, buchstäblich. Wir müssen sein Leben mit unserem Leben leben, oder besser, unser Leben durch sein Leben. Das aber bedeutet nicht eine Kopie, sondern ein Original.

 

Um die immer gleichbleibende Liebe des Herrn zu verwirklichen, muß sich unser Leben ständig wandeln, entwickeln, bewegen. Durch jeden Winter und jeden Frühling verwandelte Bäume können jeden Sommer oder jeden Herbst dieselben schönen Früchte tragen. Würden die Bäume nicht wachsen, keine Knospen treiben, ginge es auf Kosten der Früchte.

 

Man kann nicht der Bergpredigt ungehorsam sein, ohne sich von Christus zu trennen. Befolgt man aber die Regeln der Blickrichtung Christi, bekommen alle Dinge ihren Platz. Sie können schwierig sein, sie sind aber nicht kompliziert. Doch das Evangelium ist kein Buch unter anderen: Es ist eine Begegnung, die Christus einem jeden von uns mit ihm schenkt, bis ans Ende der Zeiten, eine Begegnung von Person zu Person, ein wahres, intimes konkretes Herz-zu-Herz.“

 

Prozession zum Opferlichtständer

dabei: GL 448 – Herr, gib uns Mut zum Hören

 

 

Fürbitten (am Opferlichtständer, zu jeder Bitte wird ein Licht angezündet)

Wir stehen am Opferlichtständer. Hierher kommen Menschen, um in ihren Anliegen zu beten und Kerzen zu entzünden. Verbunden mit ihnen wollen auch wir bitten:

 

Für die Ordensgemeinschaften in unserem Land, dass sie im Geist ihrer Gründer versuchen, dem Glauben ein originelles Gesicht zu geben.

 

R Herr Jesus Christus. – Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Für alle jungen Menschen, die auf der Suche danach sind, wie sie Christus nachfolgen können, dass sie Antworten auf ihre Fragen finden. R

 

Für alle Ordensangehörigen, die in eine Krise geraten sind und nach Hilfe Ausschau halten, dass du ihnen beistehst und ihnen die Kraft gibst, dir treu zu sein. R

 

Für die Priester, die aufgrund der derzeitigen Veränderungen in der Kirche vor Herausforderungen und offenen Fragen stehen, dass sie in der Beziehung zu dir Orientierung und Zuversicht gewinnen. R

 

Für alle verstorbenen Ordensangehörigen, die an unterschiedlichen Orten Gott gedient und auf das Leben der kommenden Welt gehofft haben, dass du ihnen all das vergiltst, was sie an Gutem getan haben. R

 

Für sie und für uns alle, die wir hier versammelt sind, beten wir voll Vertrauen: Vater unser ...

 

Prozession zum Eingang

dabei: GL 403,1+3+5 – Nun danket all und bringet Ehr

 

Segensbitte

GL 671,3+4

 

Lied

GL 528,1+3 – Ein Bote kommt, der Heil verheißt

 

 

 

Marko Dutzschke, Görlitz