6. Juli 2017

Heiliger Maria Goretti, Jungfrau, Märtyrerin

Eucharistiefeier

 

 

Intention: Geweihte Jungfrauen

 

Leitwort

Wer sich (…) an den Herrn bindet, ist ein Geist mit ihm. (1 Kor 6,17)

 

Einführung

Wir betrachten den starken Glauben der heutigen Tagesheiligen Maria Goretti. Sie starb mit gerade einmal 12 Jahren an den Verletzungen, die ihr ein 16-jähriger zufügte, nachdem sie sich gegen dessen Nachstellungen gewehrt hatte. Noch in ihrem Sterben konnte Maria Goretti ihm mit den Worten verzeihen: „Gewiss verzeihe ich ihm. Ich werde vom Himmel aus für seine Bekehrung beten. Um Jesu willen, der dem reuigen Schächer verziehen hat, will ich ihn auch nahe bei mir im Paradies haben.“

Im Martyrium der heiligen Maria Goretti begreifen wir die Worte Jesu aus dem Evangelium: „Wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein.“ (Joh 12,26) – Der Diener, die Dienerin wird also auch am Kreuz bei Jesus sein! In der Nähe des Gekreuzigten offenbart sich die engste denkbare Bindung zwischen Gott und den glaubenden Menschen. In diesem Sinn stellt die Lesung fest: „Wer sich (…) an den Herrn bindet, ist ein Geist mit ihm.“ (1 Kor 6,17) – In diesem Geist Jesu konnte Maria Goretti ihrem Mörder gegenüber barmherzig sein, selbst ein Beispiel für Gottes Nähe im Leid geben und so das Wunder geschehen: Der Mörder bekehrte sich und trat als Laienbruder in den Kapuzinerorden ein.
Die Eucharistiefeier am heutigen Gebetstag um geistliche Berufungen lädt uns ein, uns ganz bewusst an den Herrn zu binden und uns von seinem Geist durchdringen zu lassen.

 

Kyrie

Herr Jesus Christus,

du rufst Menschen in deine besondere Nähe.

Du durchdringst sie mit deinem Geist.

Du wirkst durch ihr Leben und Sterben.

 

Tagesgebet MB 716

Gott, du bist die Quelle der Unschuld

und liebst den Adel der Keuschheit.

Du hast die heilige Maria Goretti

früh zur Vollendung geführt

und ihren Kampf um die Reinheit

mit dem Martyrium gekrönt.

Hilf uns auf ihre Fürsprache,

treu und fest zu deinen Geboten zu stehen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Lesung

1 Kor 6, 13c–15a.17–20

 

Evangelium

Joh 12, 24–26

 

Fürbitten

Gott, dein Sohn verbindet sich mit uns und eint uns untereinander. Im Glauben, dass seine Liebe stärker ist als Hass und Gewalt, beten wir:

 

Für die geweihten Jungfrauen: Sei ihnen in ihrem Dienst inmitten unserer Welt nahe.

 

R Gott, unser Vater – Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Für alle jungen Menschen: Schenke ihnen Halt und Orientierung in den Versuchungen dieser Zeit und lass sie deinen Ruf vernehmen. R

Für die Opfer von Missbrauch und Gewalt: Steh ihnen bei in der Bewältigung des Vergangenen und eröffne ihnen neue Wege ins Leben. R

Für alle Priester und Ordensleute, besonders für diejenigen unter ihnen, die junge Menschen begleiten: Stärke und unterstütze sie in ihrer Begeisterung für ihre Aufgabe. R

Für uns alle: Hilf uns, denen zu vergeben, die uns gegenüber schuldig geworden sind. R

Für die Sterbenden: Erfülle sie ganz mit deiner ewigen Lebensfülle. R

 

Gott, wir danken dir für deinen Geist, der die heilige Maria Goretti erfüllt und bestärkt hat. Dir sei Lobpreis in alle Ewigkeit.

 

Gesänge

 

Zum Einzug

GL 548, 1+4 – Für alle Heilgen

Antwortpsalm

GL 308, 1 – Verse laut Lektionar

Halleluja

GL 175, 1 – Vers laut Lektionar

Zur Gabenbereitung

GL 188 – Nimm, o Gott, die Gaben

Sanctus

GL 197

Agnus Die

GL 358, 1+2 – Ich will dich lieben

Zum Dank

GL 456, 1+4 – Herr, du bist mein Leben

Nach dem Segen

GL 531 – Sagt an, wer ist doch diese

 

 

 

 

Andacht

 

Leitwort

Wer sich (…) an den Herrn bindet, ist ein Geist mit ihm. (1Kor 6, 17)

 

Lied

GL 143 – Mein ganzes Herz erhebet dich

 

Liturgische Eröffnung

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

Einführung

Mein ganzes Herz erhebet dich!

Was für ein Geschenk, wenn wir Momente in unserem Leben erfahren dürfen, in denen uns mit staunendem Erschrecken und mit tiefer Freude gewahr wird, dass Gott sich von ganzem Herzen nach uns sehnt, seine verlangende und hingebungsvolle Liebe ganz persönlich mir gilt! Wer kann da noch anders, als Antwort zu geben – sich diesem liebenden Gegenüber zu öffnen und zuzuwenden, der inneren Sehnsucht zu folgen, sich von Gottes Liebe zu uns immer wieder neu erfüllen zu lassen.

Die „Virgines Consecratae“, die „gottgeweihten Jungfrauen“, für die wir in unserer heutigen Andacht beten wollen, geben durch ihre Lebensform Antwort auf diese tiefe Liebeserfahrung mit Gott. In inniger Weise binden sie sich an Jesus Christus, geben ihm in ihrem Leben konsequent die „Vor-Liebe“ in allen Dingen. John Henry Newmann hat einmal gesagt: „eine jungfräuliche Seele zu haben, bedeutet, Gott mehr zu lieben als alles Geschaffene“. Eine solche jungfräuliche Seele wohnt in jedem von uns, der eine Sehnsucht nach liebevoller Hingabe und Verbindung mit Gott, nach Einheit mit ihm spürt.

Bitten wir für uns selbst, dass auch wir ihn mit Leib und Seele – mit allem, was wir sind und was uns ausmacht – immer wieder suchen, uns aufmachen und unserer tiefen Sehnsucht nach einem „Mehr“ an Verbindung mit Gott nachgehen. Bitten wir Gott in unserem nächsten Lied um seine liebende Gegenwart. 

 

Lied

GL 414 – Herr, unser Herr, wie bist du zugegen 

 

Lesung

1Kor 6, 13c–15a

 

Antwortgesang

Psalm 19 – GL 35, 1+2 (im Wechsel gesungen oder gesprochen)

 

Meditation


Stille Zeit vor Gott 

Unser Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes, der in uns wohnt und den wir von Gott empfangen haben. So haben wir es in der Lesung gehört. „Leib“ meint hier nicht nur den Körper, sondern den ganzen Menschen – unseren Körper, unseren Geist und unsere Seele. Wir dürfen vor Gott da sein mit allem, was wir sind und was uns ausmacht. Genauso, wie wir sind, dürfen wir uns ihm zuwenden und darauf vertrauen, dass sein Heiliger Geist in uns wirkt, uns reinigt und heilt, – wo es nötig ist. Wir dürfen darauf vertrauen, dass er uns in unserer Sehnsucht leitet und uns durch sein Wirken immer tiefer hineinführt in die Einheit mit ihm. Durch seine Nähe will er uns stärken in unserem Dasein für andere.

So möchte ich Sie heute zu einer Stillen Zeit vor Gott einladen, um sich Gott in dieser Stille zu öffnen und sich ihm zu überlassen – vor ihm da zu sein. Mit einigen Worten werde ich in diese Stille Zeit hineinführen, so dass wir mit allem, was wir sind – mit Körper, Geist und Seele – gut da sein können. In seiner Gegenwart können wir auf ihn hören, darauf achten, wohin er uns führen will.

 

Im Anschluss an die Hinführung wird es eine 5 (-10) minütige Stille geben. Sie können dazu die Augen schließen, um ganz bei sich zu sein.

 

Hinführung zur Meditation (langsam vortragen)

Ich habe jetzt Zeit, Zeit um vor Gott da zu sein. – Stille

 

Ich spüre meinen Leib – mit Leib und Seele darf ich da sein vor Gott.

Aufrecht sitze ich da. – Stille

 

Meine Hände ruhen wie eine Schale in meinem Schoß – offen zum Empfangen, bereit zu geben. – Stille

 

Ich nehme meinen Atem wahr – wie er kommt und geht – lasse ihn sein, wie er ist. – Stille

 

Ich atme alles Belastende aus – alle Anspannung lasse ich gleichsam abfließen. – Stille

 

Die Gedanken, die kommen, halte ich nicht fest. – Stille

 

Was heute war, lasse ich los, es ist vergangen. Was kommen wird, ist noch nicht – alles darf jetzt sein, wie es ist. – Stille

 

Ich brauche nichts darzustellen, nichts zu erreichen, nichts zu leisten. Es genügt, einfach da zu sein. – Stille

 

Ich bin ganz gegenwärtig und wach. So öffne mich dem Geheimnis des Lebens, das in meiner Tiefe anwesend ist. – Stille

 

Herr, ich warte auf dich.

Du kommst auf mich zu.

Du bist in mir, durchflutest mich

mit deinem Heiligen Geist.

Du bist der Grund meines Seins.

Öffne mich für deine Gegenwart,

damit ich immer tiefer erfahre,

wer du für mich bist.

 

5(–10) Minuten Stille (evtl. leise, meditative Musik im Hintergrund)

 

Lied

GL 448 – Herr, gib uns Mut zum Hören 

 

Gebet

GL 677, 6 anstelle der in dieser Andacht vorgesehenen Schriftstelle: Joh 12, 24–26

 

Lied

GL 464 – Gott liebt diese Welt

 

Fürbitten

V1 Gott und Vater aller Menschen, voll Vertrauen kommen wir zu dir. Wir hören dein Wort und wissen doch oft nicht, was du uns sagen willst. Wir bitten dich:

 

V2 Für alle Priester und Ordensleute: dass sie aufmerksam und glaubwürdig das Evangelium deiner Liebe durch ihr Leben bezeugen und dadurch in jungen Menschen die Begeisterung für den Dienst als Priester oder für ein Leben als Ordensfrau und Ordensmann wecken können.  

 

R Gott liebt diese Welt und wir sind sein Eigen. Wohin er uns stellt, sollen wir es zeigen: Gott liebt diese Welt. – GL 464

 

V1 Gott, wir leben in einer Welt, in der viele Menschen dich leugnen und nicht an deine Existenz  glauben. Wir sind herausgefordert, an dich zu erinnern und auf dich aufmerksam zu machen.

 

V2 Für die zum Stand der „gottgeweihten Jungfrauen“ Berufenen: Ermutige und befähige sie durch deinen Heiligen Geist, deine Stärkung und deine Kraft, frohe Zeuginnen deiner Liebe in der Welt zu sein. R

 

V1 Gott, viele Menschen sind in Gefahr, materiell zu denken und vor allem das Vordergründige zu sehen. Lass sie erfahren, dass tiefer Sinn und Erfüllung aus dir heraus und von dir her kommen,  dass wir bei dir Antwort auf die Fragen unseres Lebens finden.

 

V2 Für alle jungen Menschen, die nach ihrer persönlichen Berufung fragen und suchen: Lass sie ihren ganz eigenen Weg in der Nachfolge Jesu finden und erweise dich ihnen als der Gott des wahren Lebens. R

 

V1 Gott, viele Gläubige sind in ihrem Glauben verunsichert oder durch verschiedene Meinungen verwirrt. Sie brauchen Hilfe, ihren Glauben neu zu bejahen und wieder tiefer in ihn hineinzuwachsen.

 

V2 Für die im Glauben schwach Gewordenen: Richte die Verzagten wieder auf. Lass sie deine Spuren in ihrem Leben erkennen. R

 

Vater, im Gebet für die vielen verschiedenen Dienste in deiner Kirche wird uns die Vielfalt der von deinem Geist geschenkten Begabungen und Gnadengaben deutlich. Für sie alle sind wir dankbar. Lass die Mühen und Sorgen aller Gläubigen für die Kirche segensreich und fruchtbar werden. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

Vaterunser

Du Gott mit uns, in  unserer liebevollen Verbindung zu Jesus Christus sind wir mit hineingenommen in die innige Gemeinschaft mit dir und untereinander. An dich dürfen wir uns allezeit wenden und miteinander und füreinander beten: Vater unser…

 

Segen

Gemeinsames Gebet – GL 21, 5

 

Schlußlied

GL 382,+3+5 – Ein Danklied sei dem Herrn

 

 

 

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Susanne Spieß, Freiburg