2. März 2017

Donnerstag nach Aschermittwoch

Eucharistiefeier

 

 

 Intention: Dass in Gemeinden ein gutes Klima für Berufungen herrscht

 

 

Leitwort

Wer mein Jünger sein will, nehme sein Kreuz auf sich. (vgl. Lk 9,23)

 

Einführung

Lebendige Gemeinschaften sind anziehend. Wo Freude und Herzlichkeit herrschen, hält man sich gerne auf. In der Lesung, die wir heute hören, ermutigt uns Gott, uns für das Leben zu entscheiden. Das Evangelium hingegen klingt wie ein Widerspruch dazu: „Wähle das Kreuz!“ Wer will denn so etwas?

Aus dem Zusammenleben mit anderen kennen wir unser Kreuz. Wir schleppen die Last aus Frust, Ärger, Verletzungen, fehlender Wertschätzung, Misstrauen mit uns herum. Aber genau das raubt uns doch das Leben. Es gibt Schwierigkeiten unter Menschen. Jesus weiß das. Er weiß zudem, dass das Kreuz die Versuchung in sich birgt, hart zu werden. Man pocht im Schimpfen oder Jammern auf sein Recht. Genau das führt aber in die Sackgasse der Einsamkeit. Gemeinschaft und Lebendigkeit sterben.Das Kreuz anzunehmen ist bei Jesus deshalb eine „Entscheidung für die Güte“. Das Zeichen des Hasses und Leides wird durch seine Kreuzeshingabe zu einem Zeichen der Liebe und des Lebens. Kreuzesnachfolge heißt dann: Antworte auf erfahrenes Unrecht nicht mit Gewalt, sondern mit Güte. Jesus sagt uns: „Bring deinen Ärger mir. Leg ihn auf mein Kreuz. Du weißt doch, das ist der Ort der Wandlung: Hass in Güte, Tod in Leben.“ Wo wir uns um einen solchen Glauben bemühen, da wird Gemeinschaft lebendig. Und wenn wir Nachfolge so verstehen, dann erkennen wir, weshalb wir in unseren Gemeinden so sehr ein Klima benötigen, in dem Berufung und Nachfolge gestärkt werden.

 

Kyrie

Herr Jesus Christus,

du Bote der Güte Gottes,

du Heiland unserer Wunden,

du Sieger über Sünde und Tod.

 

Tagesgebet MB 79

Herr, unser Gott,

komm unserem Beten und Arbeiten

mit deiner Gnade zuvor und begleite es,

damit alles, was wir beginnen,

bei dir seinen Anfang nehme

und durch dich vollendet werde.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Lesung

Dtn 30, 15–20

 

Evangelium

Lk 9, 22–25

 

Fürbitten

Herr Jesus Christus, wenn wir bereit sind, unser Kreuz auf uns zu nehmen, sind wir mit dir verbunden. Du führst über das Kreuz hinaus zum Leben. In dieser Hoffnung bitten wir:

 

Lass  in christlichen Gemeinschaften und Gemeinden (durch die Entscheidung zur Güte) eine Lebendigkeit wachsen, die einlädt, dir zu folgen.

 

R Christus höre uns. Christus erhöre uns.

 

Gib jungen Menschen Verständnis dafür, wie wichtig es ist, auch Schweres auszuhalten und durchzustehen, weil gerade daraus neues Leben entstehen kann. R

 

Schenke enttäuschten Priestern und Ordensleuten die Gnade, verzeihen zu können. Bewahre sie vor einem harten Herzen und lass sie wieder aufleben in dir. R

 

Segne auch diejenigen, mit denen wir uns schwer tun, auf die wir wütend sind. Gib uns die Kraft zur Versöhnung. R

 

Hilf Ehepaaren und jungen Familien, einander mit Güte, Rücksicht und Barmherzigkeit zu begegnen. R

 

Herr Jesus Christus, du lässt uns nicht allein. Dafür danken wir dir heute und in Ewigkeit.

 

Gesänge

 

Zum Einzug - GL 445 + Strophen von GL 442

Kyrie - GL 137

Antwortpsalm - GL 31,1 – Verse laut Lektionar

Halleluja - GL 386 – Vers laut Lektionar

Zur Gabenbereitung - Stille, alternativ GL 461 – „Mir nach“ ...

Sanctus - GL 138

Agnus Dei - GL 139

Nach dem Segen - GL 455, 1+2+4 – Alles meinem Gott zu Ehren

 

 

 

Wort-Gottes-Feier

 

Leitwort

Wer mein Jünger sein will, nehme sein Kreuz auf sich. (vgl. Lk 9,23)

 

Lied

GL 269 – Du Sonne der Gerechtigkeit     

 

Liturgische Eröffnung

V: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

A: Amen.

V: Der Name des Herrn sei gepriesen.

A: Von nun an bis in Ewigkeit.

 

Einführung

Gestern hat die Fastenzeit begonnen: 40 Tage hin auf Ostern zu. Die Fastenzeit lädt ein, das eigene Leben bewusst in den Blick zu nehmen. Welche Dinge prägen mich? Was ist mir wertvoll? Was belastet mein Leben? In der Fastenzeit bemühen sich viele von uns, auf ihre Laster zu verzichten. Wir versuchen, das, was unser Leben belastet, loszulassen. Das alles geschieht nicht, um ein besseres Selbstmanagement zu erreichen, sondern um frei zu werden für Gott, um uns ihm zu öffnen und auf sein Wort zu hören. Das kann uns ganz schön fordern. Und so ist es wohltuend, wenn wir uns dabei von anderen getragen und begleitet wissen.

Wir wollen darum beten, dass unsere Gemeinde immer mehr zu einem Ort wird, an dem wir uns in diesem Sinne gegenseitig stärken und gemeinsam auf das Wort Gottes hören – zu einem Ort, an dem Menschen sich von Gott in seine Nachfolge rufen lassen.

 

Christusrufe

Herr Jesus Christus,

du begleitest uns auf den Wegen des Lebens.

Du sendest uns hinaus, neue Wege zu gehen.

Du lädst uns ein, in deiner Nähe zu neuen Kräften zu kommen.

 

Gebet

Gott, wir danken dir, dass du uns heute zusammengeführt hast. Hilf uns, uns selbst zu erkennen. Lass uns im Glauben wachsen und mit viel Freude dein Wort in die Welt tragen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

Lesung

Dtn 30, 15–20

 

Psalm

Psalm 130 – GL 639, 3+4

 

Ruf vor dem Evangelium

GL 584, 9

 

Evangelium

Lk 9, 22–25

 

Impuls

Jesus sagt im Evangelium: „Wer mein Jünger sein will, (…) nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Lk 9,23) – ein Satz, der heutzutage sicher keine Jubelschreie auslöst. Denn das eigene Kreuz zu tragen, ist in unseren Gedanken verbunden mit den Lasten des Lebens. Wir denken an das, was schwer auf unserem Leben liegt, an Dinge, die unser Leben belasten. Und genau diese Dinge sollen wir mitnehmen in ein neues Leben? Wäre es nicht viel schöner, nur die guten Dinge in das neue Leben mitzunehmen – nur meine guten Eigenschaften, das, was die Menschen an mir mögen, die Dinge, die ich gut kann?

Doch ohne die Nachfolge an das Kreuz gibt es auch keine Erlösung. Wenn wir unsere Schwächen, Fehler und Sünden aussparen, sind wir nicht ehrlich. Wenn wir das Schwere nicht an uns heranlassen und zu ihm stehen, sind wir auch nicht in der Lage, anderen aufrichtig beizustehen, die Leid zu tragen haben. In der Nachfolge Jesu müssen wir ganz sein. Da können wir uns nicht nur die Rosinen herauspicken.

Durch alles Leid und Kreuz scheint jedoch die Hoffnung der Auferstehung und des Lebens.

 

S T I L L E

 

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du begleitest uns auf den Wegen unseres Lebens. Dich, unseren Bruder und Herrn, bitten wir:

 

Für Menschen, die im kirchlichen Dienst und in seelsorglichen Berufen arbeiten: um ein weites Herz.

 

R Herr, erbarme dich.

 

Für junge Menschen, die ihren Weg in deiner Nachfolge suchen: um Mut und gute Begleitung. R

 

Für unsere Gemeinden: um ein Klima, in dem auf deinen Ruf gehört wird. R

 

Für Menschen, die sich alleingelassen fühlen: um Beistand. R

 

Für alle Menschen, die sich rastlos fühlen: um Oasen der Ruhe und Stille. R

 

Vaterunser

Alle Bitten, die wir gerade ausgesprochen haben, und alle, die wir in unserem Herzen tragen, bringen wir vor Gott. Als seine Kinder hat er uns angenommen und wir dürfen ihn Vater nennen. In Dankbarkeit für seine Treue und Liebe beten wir: Vater unser…

 

Lied

GL 275 – Selig, wem Christus auf dem Weg begegnet

 

Gebet

Jahresgebet 2017

 

Segen

So segne uns und alle, die uns am Herzen liegen, der allmächtige Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

 

Lied

GL 484 – Dank sei dir, Vater

 

 

 

 

Clemens Blattert SJ, Frankfurt am Main