1. Februar

Donnerstag der 4. Woche


Eucharistiefeier

 

 

Intension

Priester

 

Leitwort

Jesus rief die Zwölf zu sich und sandte sie aus. (vgl. Mk 6,7)

 

Einführung

Jesus, so hören wir es gleich im Evangelium, mutet seinen Aposteln einiges zu. Nahezu nichts sollen sie mitnehmen, wenn sie in seinem Namen zu den Menschen gehen: kein Geld, kein zweites Hemd, ja nicht einmal eine Vorratstasche oder eine Tagesration Brot. Welch ein großes Vertrauen darauf, dass Gott für sie sorgen wird, müssen sie aufbringen. Zugleich mahnt Jesus sie auf diese Weise zu Bescheidenheit; und er rät ihnen zu Gelassenheit: an Orten, wo man nicht auf sie hören will, sollen sie einfach den Staub von den Füßen schütteln und weitergehen.

Am heutigen Gebetstag um geistliche Berufungen wollen wir besonders das Anliegen um Priesterberufungen vor Gott bringen und ihn darum bitten, dass er den Priestern auch heute Vertrauen, Bescheidenheit und Gelassenheit gibt, damit sie ihre Berufung mit Freude leben können.

 

Kyrie

Herr Jesus Christus,

du bist das Vorbild aller, die an dich glauben.

Du weckst die Sehnsucht, dir zu folgen.

Du schenkst Kraft zu Treue und Umkehr.

               

Tagesgebet MB 1057                        

Allmächtiger Gott,

du sorgst für dein Volk

durch die Hirten, die du ihm gibst.

Erwecke in der Kirche

den Geist des Glaubens und der Bereitschaft

und berufe auch in unseren Tagen

Menschen, die dem Altar dienen

und die Frohe Botschaft

mit Festigkeit und Güte verkünden.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Lesung

1 Kön 2,1–4.10–12

 

Evangelium

Mk 6,7–13

 

Fürbitten

Zu Gott, unserem Vater, der seinen Sohn zu uns sandte, damit wir ihm in Menschengestalt begegnen können, bitten wir vertrauensvoll:

 

Für unsere Kirche: Schenke ihr Berufungen zum Dienst als Diakon und Priester, schenke ihr Männer und Frauen, die dir in der Vielfalt des geweihten Lebens nachfolgen, und junge Menschen, die sich mit ihren Begabungen beruflich in die Kirche einbringen.

 

R Gott, unser Vater. – Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Für alle, die in unserem Bistum als Priester tätig sind: Lass sie den Gläubigen Helfer und Vorbild sein und ihren Dienst in Verbundenheit mit dir ausüben. R

 

Für unsere Familien: Lass sie in allen Sorgen und im Streit immer neu zueinander finden und erkennen, dass du die Mitte ihres Miteinanders bist. Zeige ihnen Wege zur Versöhnung, wo sie sich voneinander entfernt haben. R

 

Für alle Gläubigen, die gemeinsam mit den Priestern am Aufbau der Kirche wirken: Stärke ihr Miteinander in der Verkündigung des Evangeliums. R

 

Für unsere Verstorbenen: Sei ihnen gnädig, vergelte ihnen alles Gute und nimm sie auf in deine göttliche Gegenwart. R

 

All diese ausgesprochenen Bitten und all diejenigen, die wir in unseren Herzen tragen, bringen wir vor dich durch Christus, unseren Herrn.

 

Gesänge

 

Zum Einzug

GL 251 – Jauchzet, ihr Himmel

 

Antwortpsalm

GL 54,1+2

 

Halleluja

GL 174,4 – Vers laut Lektionar

 

Zur Gabenbereitung

GL 184 – Herr, wir bringen in Brot und Wein

 

Sanctus

GL 197

 

Agnus Die

GL 204

 

Zum Dank

GL 384 – Hoch sei gepriesen unser Gott

 

Nach dem Segen

GL 531 – Sagt an, wer ist doch diese

 

 

 

 

 

 

Wort-Gottes-Feier

 

 

Leitwort

Jesus rief die Zwölf zu sich und sandte sie aus. (vgl. Mk 6,7)

 

Lied

GL 456 – Herr, du bist mein Leben

 

Liturgische Eröffnung

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

Einführung

 „Herr, du bist mein Leben.“ Das singt sich so leicht und schön – und ist doch so gewaltig und groß. Kann ich das sagen, ohne rot zu werden: „Du bist mein Leben“? Oder ist mein Leben nicht eher von allem anderen geprägt: von gutem Essen und Trinken, einer Arbeit, die mir ein solides Einkommen sichert, von Freizeit, in der ich „abschalten“ kann, und von vielem mehr?

„Herr, du bist mein Leben“. Dass er dazu ja sagen kann, erwarten wir – zu Recht – von einem Priester, und dass er das ausstrahlt und im Alltag bezeugt. Und sicher: das ist es auch, was Priester selbst wollen, wenn sie bei der Weihe versprechen, im Gebet verwurzelt zu sein und den Notleidenden beizustehen.

Es ist eine bleibende Herausforderung, diesen so leicht gesprochenen Satz mit Leben zu füllen. Und es ist bei weitem nicht nur Sache der Priester. Es braucht auch Gläubige, die mitziehen, die ebenfalls ausstrahlen, dass ihnen Christus viel bedeutet.

So wollen wir heute für die Priester beten, dass sie diesem Anspruch gerecht werden und bezeugen, dass Christus „ihr Leben“ ist. Und beten wir für unsere Gemeinde, dass wir alle uns davon begeistern lassen.

 

Christrufe

Herr Jesus Christus,

du bist mein Leben, du bist die Wahrheit, die mich leben lässt.

Du bist meine Freiheit und schenkst mir Mut.

Du führst uns in die Liebe und schenkst Einheit.

 

Tagesgebet MB 308,10

Heiliger Gott.

Du hast deine Gemeinde zur Heiligkeit berufen.

Du befähigst uns schon in dieser Welt

zu einem neuen Leben.

Vergib uns,

wenn wir dennoch immer wieder versagen.

Sende uns deinen Geist

und lass uns erfahren,

dass du die Herzen der Menschen verwandelst.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Lesung

1 Kön 2,1–4.10–12

 

Psalm

Psalm 112 – GL 61,1+2

 

Evangelium

Mk 6,7–13

 

Impuls

Die Aussendung der Zwölf durch Jesus verdeutlicht eine ganze Menge, was für die Kirche von bleibender Bedeutung ist. In dieser kleinen Sequenz des Evangeliums steckt viel, das über die Art und Weise, wie Verkündigung geschehen soll, Auskunft gibt.

Jesus sind ganz unterschiedliche Menschen gefolgt. Da sind die über 5.000 Personen, deren Hunger er stillt, oder die 72, die zu einem engeren Kreis von Begleitern gehören.

Eine herausgehobene Form einer Berufung durch Jesus ergeht an die Zwölf. Diese fordert er direkt auf, sich ihm anzuschließen – sie kommen nicht einfach so dazu wie viele andere. Sie bilden den engsten Kreis der Jünger, die auch nach der Auferstehung eine entscheidende Rolle spielen. Im Evangelium, das wir eben gehört haben, sendet Jesus sie ganz ausdrücklich aus. Er beauftragt sie, die Menschen zur Umkehr zu rufen. Sie folgen ihm und gehen auf sein Wort hin in die Welt hinaus.

Jesus verlangt von ihnen so einiges. Sie sollen kein zweites Hemd mitnehmen, keine Vorratstasche, kein Geld. Sie sollen so zu den Menschen gehen, wie sie sind – ohne mit dem wuchern zu können, was sie haben. Entscheidend ist ihr Glaube. Der soll überzeugen, nichts anderes.

Er rechnet damit, dass seine Jünger auf Ablehnung stoßen und bereitet sie darauf vor, dass sie Widerstand oder Gleichgültigkeit erfahren werden. Und doch bekräftigt er sie in ihrem Auftrag, wenn er sie auffordert, einfach weiterzugehen, wenn sie an Orte und in Situationen geraten, in denen man nicht auf sie hören will. Die Jünger sollen vielmehr zu denen gehen, die bereit sind, das Evangelium anzunehmen und umzukehren.

Und ein letztes: er gibt ihnen auch etwas, indem er seinen Auftrag mit der  Vollmacht verbindet, die „unreinen Geister auszutreiben“, die Kranken zu salben und zu heilen.

Können wir aus all dem etwas für unsere heutige Situation mitnehmen? Ich denke, eine ganze Menge: zum einen, dass es tatsächlich verschiedene Formen der Nachfolge gibt – dass es die gesonderte Berufung der Zwölf gibt, in deren Nachfolge heute die Bischöfe und Priester stehen. Das sagt nichts über die Wertigkeit der Nachfolge aus, sondern meint allein die Art und Weise ihrer Berufung. Sie bilden sozusagen den inneren Kreis, von dem aus sich die anderen Formen der Nachfolge entwickeln.

Zum anderen sagt das Markusevangelium: Ihr braucht als Priester keine Angst zu haben, dass es euch an irgendetwas fehlen könnte. Irdische Güter und die Sorge darum scheinen der Nachfolge im Dienst des Priesters eher im Wege zu stehen.

Habt außerdem auch keine Angst davor, zurückgewiesen zu werden. Engagiert euch stattdessen lieber dort, wo Glaube erwidert wird und ihr angenommen werdet.

Letztlich ruft uns Jesus dazu auf, darauf zu vertrauen, dass auch heute Wunder gewirkt werden, wo der Glaube gelebt und verkündet wird. Er stellt uns allen die Frage, ob wir bereit sind, die Botschaft des Glaubens anzunehmen. Sind wir offen dafür, die Wunder wahrzunehmen, die Gott in unserer Zeit wirkt? Erkennen wir die Bedeutung derer, die heute in der Nachfolge der Zwölf stehen und unterstützen wir sie in ihrem Tun?

In einem Moment der Stille wollen wir diese Fragen bedenken und im Gebet vor Gott tragen.

 

Stille

 

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du hast die Zwölf dazu aufgerufen, den Glauben zu verkünden. Auch heute brauchen wir Menschen, die von dir Zeugnis ablegen. So bitten wir dich:

 

Rufe junge Männer, die bereit sind, ihr Leben in deinen Dienst zu stellen und als Priester deine frohe Botschaft zu verkünden und die Sakramente zu spenden.

 

R          Herr Jesus Christus, du unsere Hoffnung. – Wir bitten dich, erhöre  uns.

 

Zeige allen jungen Menschen, die sich fragen, wohin ihr Lebensweg führen soll, wie sie die Fähigkeiten, die du ihnen gegeben hast, gewinnbringend einsetzen können. R

 

Hilf den Vertretern der Kirche, durch die Art und Weise, wie sie leben, glaubwürdige Zeugen des Evangeliums zu sein. R

 

Stärke das Vertrauen der Gläubigen auf dein Wirken in unserer Zeit, und gib ihnen den Mut, sich zu dir zu bekennen. R

 

Tröste alle, die sich im Gebet an dich wenden, und lass sie deine heilende Nähe erfahren. R

 

Vaterunser

All unsere Bitten wollen wir nun zusammenfassen in dem Gebet, das Jesus uns zu beten gelehrt hat: Vater unser…

 

Lied

GL 275 – Selig, wem Christus auf dem Weg begegnet

 

Gebet

Gebet des heiligen Bruder Klaus

Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir. Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu dir.

Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.

Der allmächtige Gott segne euch durch unseren Herrn Jesus Christus, der seine Kirche auf das Fundament der Apostel gegründet hat. A: Amen.

Die heiligen Apostel haben mit Freimut das Evangelium Christi verkündet; Gott stärke euch durch ihre Botschaft zum Zeugnis für die Wahrheit.  A: Amen.

Das Beispiel der Apostel festige euch im Glauben, ihre Fürsprache geleite euch zur ewigen Heimat.  A: Amen.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

 

Lied

GL 424,1–2+5 – Wer nur den lieben Gott lässt walten

 

 

Michael Maas, Freiburg