1. August
Heiliger Alfons Maria von Liquori - Ordensgründer, Bischof, Kirchenlehrer

Eucharistiefeier

 

Intention: Ordensleute

 

 

Leitwort

Das Gesetz hat dich frei gemacht. (Röm 8,2)

 

 

Einführung

Am heutigen Gebetstag um geistliche Berufungen beten wir für Ordensleute und um Berufungen zu diesem besonderen Weg der Nachfolge Jesu. Jeder Orden lebt nach einer Regel, sozusagen nach seinem jeweiligen Gesetz. Auch der heutige Tagesheilige Alfons Maria von Liguori, der Gründer des Redemptoristenordens, war sich der Notwendigkeit einer Regel für seine Gemeinschaft bewusst. Als Ideal galt ihm dabei die Gemeinschaft Jesu mit seinen Aposteln, die zusammen mit ihm auszogen, um das Evangelium zu verkünden.

Es heißt, Alfons Maria von Liguori habe seinen Mitbrüdern ein strenges Leben abgefordert. Von ihm stammt das Wort: „Die wahre Frömmigkeit besteht darin, dass man seine Pflicht erfüllt.“ – Dass das Gesetz frei machen kann, wie der Römerbrief es in der heutigen Lesung feststellt, wurde für einige seiner Mitbrüder auch zu einer Überforderung. Sie verließen die Gemeinschaft.

Im heutigen Evangelium positioniert sich Jesus zu den Gesetzesvorschriften der Juden. Er sagt: „Ich bin nicht gekommen, um (das Gesetz und die Propheten) aufzuheben, sondern um zu erfüllen.“ (Mt 5,17) Das Gesetz kann nur gehalten werden, wenn es mit dem Geist und der Liebe Jesu erfüllt ist, das heißt, daraus gelebt wird. Dann kann es wirklich frei machen und ist mehr als die Erfüllung des Buchstabens.

Bitten wir heute besonders um die Verbundenheit mit Christus, die zu einer solchen Freiheit führt, und bitten wir darum, dass es den Ordensgemeinschaften gelingt, die Herausforderungen des Evangeliums ernst zu nehmen, aber in der Weise, dass sichtbar wird, dass das Joch Jesu nicht drückt und dass seine Last leicht ist.

 

 

Kyrie

Herr Jesus Christus,

du erfüllst das Gesetz mit deiner Liebe.

Du hast auch uns das neue Gebot der Liebe aufgetragen.

Du machst uns frei durch dein Gebot, damit wir allen deine befreiende Liebe schenken.

 

 

Tagesgebet (MB 734)

Gott, du Hirt deines Volkes,

du schenkst der Kirche zu allen Zeiten Menschen,

die durch ihren Glauben und ihre Liebe

ein Vorbild sind.

Gib, dass uns gleich dem heiligen Alfons

das Heil der Menschen am Herzen liegt,

und schenke uns im Himmel den Lohn,

den er schon empfangen hat.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

Lesung

Röm 8,1–4

 

Evangelium

Mt 5,13–19

 

 

Fürbitten

Zu Jesus Christus, unserem Herrn und Erlöser, wollen wir beten:

 

Hilf den Redemptoristen bei der Umsetzung ihres Auftrages und lass durch ihre Spiritualität viele Menschen den Weg des Heiles finden.

 

R  V/A Herr, erhöre unsere Bitten.

 

Stärke alle Ordensleute darin, mit dir verbunden zu leben und daraus Kraft zu schöpfen für ihren Dienst in unserer Welt und Zeit. R

 

Begleite unsere Priester und bestärke sie, damit ihr Wirken von deinem Geist der Liebe geprägt ist. R

 

Schenke den jungen Menschen Halt und Orientierung und hilf ihnen, zu erkennen, dass sie in dir die wahre Freiheit finden können. R

 

Hilf uns, auf deine Gebote zu achten und ihnen zu folgen. R

 

Denn durch dich gelangt unser Leben zur Vollendung. Dir sei Ehre und Lobpreis in alle Ewigkeit.

 

 

Gesänge

 

Zum Einzug

GL 461,1+3 – „Mir nach“, spricht Christus, unser Held

 

Antwortgesang

GL 312,7 – Verse laut Lektionar

 

Halleluja

GL 175,1 – Vers laut Lektionar

 

Zur Gabenbereitung

GL 188 – Nimm, o Gott, die Gaben

 

Sanctus

GL 197

 

Agnus Dei

GL 208

 

Zum Dank

GL 451 – Komm, Herr, segne uns

 

 

Martin Limberg, Münster

 

 

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Wort-Gottes-Feier

 

Intention: Ordensleute

 

 

Leitwort

Das Gesetz hat dich frei gemacht. (Röm 8,2)

 

 

Lied

GL 143 – Mein ganzes Herz erhebet dich

 

Liturgische Eröffnung

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

 

Einführung

‚Karriere nach unten‘, so könnte man das Leben des heiligen Alfons von Liguori beschreiben, dessen Gedenktag wir heute feiern. In Neapel als vornehmer Adliger geboren, steht ihm in jungen Jahren die Möglichkeit einer steilen Karriere als Anwalt offen – alles gibt er auf und wird gegen viel Widerstand Priester. Im Laufe der Jahre gründet er mehrere Ordensgemeinschaften, immer wieder als Antwort auf soziale Nöte seiner Zeit. In seinem Leben wird etwas von dem erfahrbar, was Freiheit im christlichen Sinn meint. Es geht um ein tiefes Verwurzeltsein in Gott, darum, das als richtig Erkannte zu tun, auch gegen Widerstände und in Schwierigkeiten.

Heute, am Gebetstag um geistliche Berufungen, beten wir für die Ordenschristen. In ihrem Leben nach den evangelischen Räten geht es in besonderer Weise um diese tiefe Freiheit. Sie schenkt Mut, Kraft und auch Furchtlosigkeit, das Evangelium zu leben, immer wieder an Jesus Maß zu nehmen und sich für Arme und Benachteiligte einzusetzen – ob gelegen oder ungelegen.

Bitten wir Gott, dass er jungen Menschen auch in der heutigen Zeit den Ruf zum geweihten Leben ins Herz legt und dass sie bereit sind, ihr Ja dazu zu sagen: „Ich bin so frei“ – mich zu binden.

 

 

Tagesgebet (MB 734)

Gott, du Hirt deines Volkes,

du schenkst der Kirche zu allen Zeiten Menschen,

die durch ihren Glauben und ihre Liebe

ein Vorbild sind.

Gib, dass uns gleich dem heiligen Alfons

das Heil der Menschen am Herzen liegt,

und schenke uns im Himmel den Lohn,

den er schon empfangen hat.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Lesung

Röm 8,1–4

 

Antwortgesang

GL 543,1+2+4 – Wohl denen, die da wandeln

 

 

Hinführung zur Aussetzung

Gottes Freude ist es, bei uns Menschen zu sein. Er will uns nahe und mit uns auf dem Weg sein. Das können wir auf unterschiedliche Weise erfahren.

Eine besondere Nähe schenkt er uns in der Eucharistie, in dem kleinen Stück Brot, das wir empfangen dürfen. Im ausgesetzten Allerheiligsten erkennen wir Jesus, das Brot des Lebens. Wir glauben, dass er hier bleibend gegenwärtig ist. Er setzt sich uns aus. Dabei dürfen wir ihm so, wie wir sind, begegnen, mit aller Freude und Dankbarkeit, aber auch mit allen Fragen und Sorgen.

So wollen wir uns für die Begegnung mit ihm in der Eucharistie öffnen.

 

Lied zur Aussetzung

GL 497,1+2+4 – Gottheit tief verborgen

 

Gebet

GL 674,2

 

kurze Stille

 

Gebet zur Anbetung

KV: GL 365 – Meine Hoffnung und meine Freude

 

Du siehst mich an

Du – dessen Blick voll Güte ist.

Du – dessen Blick voll Erbarmen ist

Du – dessen Blick voll Liebe ist.

Du – dessen Blick voller Hoffnung ist.

Du – dessen Blick voller Verlangen ist.

 

KV

 

Du siehst mich an – und dein Blick macht mich unruhig.

Du siehst mich an – und dein Blick rüttelt mich auf.

Du siehst mich an – und dein Blick fesselt mich und lässt mich nicht mehr los.

Du siehst mich an – und dein Blick verwandelt mich.

Du siehst mich an – und dein Blick drängt mich, dir eine Antwort zu geben.

Du siehst mich an – und dein Blick verfolgt mich.

Du siehst mich an – und dein Blick weckt tiefe Sehnsucht in mir.

Du siehst mich an – und wartest auf meine Antwort.

Du siehst mich an – und wartest auf eine Reaktion von mir.

Du siehst mich an – und wartest auf meine Liebe.

Du siehst mich an – und wartest darauf, dass ich mich aufmache.

Du siehst mich an – und wartest darauf, dass ich deine Stimme höre und deinen Auftrag erkenne.

Du siehst mich an – und ich weiß, ich gehöre dir ganz allein.

Du siehst mich an – und ich weiß, ich komme nie mehr von dir los.

 

KV

 

Dein Blick – macht aus mir einen neuen Menschen.

Dein Blick – lässt mich tiefe Freude empfinden.

Dein Blick – lässt mich Heil erfahren.

Dein Blick – befreit mich von mir selbst zur Liebe.

Dein Blick – befähigt mich, alles zu lassen, loszulassen.

Dein Blick – fesselt mich und macht mich dennoch unendlich frei.

Dein Blick – befähigt mich, aufzubrechen.

Dein Blick – macht es mir leicht, mich für dich zu entscheiden.

Dein Blick – lässt mich tief verstehen, was es heißt: „Ich habe dich beim Namen gerufen, mein bist du.“

Du, Herr, siehst mich an – wende dich nicht ab von mir.

Du, Herr, siehst mich an – hilf mir, dich anzusehen und deinen Blick auszuhalten.

 

KV

 

Autorin: Sr. M. Marita Otten FCJM

 

 

Lassen wir uns nun in einigen Minuten der stillen Anbetung auf die Begegnung mit Jesus ein. Er ist da im Brot der Eucharistie, klein, unscheinbar – aber in Liebe. Lassen wir uns von ihm anschauen – und schauen wir ihn an. Öffnen wir ihm unser Herz mit all dem, was uns bewegt. Bringen wir auch unsere Bitte um Berufungen vor ihn sowie die vielen Frauen und Männer, die ihm als Ordenschristen nachfolgen.

„Im Schauen auf dein Antlitz – da werden wir verwandelt“, so heißt es in einem Lied. Lassen wir uns verwandeln – im Blick auf ihn.

 

Stille Anbetung (ca. 5 Minuten)

 

Gebet

GL 678,2

 

Lied

GL 481,1+2+5-7 – Sonne der Gerechtigkeit

 

 

Fürbitten

Wir vertrauen darauf, dass Jesus Christus bei seiner Kirche ist. Seine Nähe schenkt Freude und Freiheit, unsere Welt mitzugestalten. Auf die Fürsprache des heiligen Alfons von Liguori bitten wir ihn:

 

Für Papst Franziskus und alle Bischöfe, für die Ordensfrauen und -männer, die Leitungsverantwortung tragen: um innere Freiheit, um mutig und vertrauensvoll lebensfördernde Wege in die Zukunft zu gehen.

 

R  V/A Herr, erhöre unser Gebet.

 

Für die Politiker in aller Welt: um Demut und Bereitschaft, sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen. R

 

Für die Redemptoristen und alle Ordensleute in den vielen unterschiedlichen Gemeinschaften: um Mut und großes Gottvertrauen, auch neue Wege zu wagen als Antwort auf die Nöte unserer Zeit. R

 

Für die Priester in aller Welt: um ein glaubwürdiges Leben aus dem Evangelium, das auch junge Menschen bei ihrer Suche nach Sinn für ihr Leben anspricht. R

 

Für unsere Gemeinden: um ein offenes Herz für das Anliegen der geistlichen Berufungen und die Bereitschaft, es im Gebet und durch die Begleitung von jungen Menschen mitzutragen. R

 

Für uns alle: um viel Kreativität und Durchhaltevermögen, um mit unseren Kräften und Fähigkeiten an einer menschenwürdigen Welt mitzubauen. R

 

Herr Jesus Christus, wir danken dir, dass du mit uns auf dem Weg bist. Öffne unsere Augen für deine Gegenwart und lass unser ganzes Leben davon Zeugnis geben. Dir sei Lob und Dank in alle Ewigkeit.

 

Vaterunser

Lasset uns beten, wie der Herr uns zu beten gelehrt hat: Vater unser...

 

 

Gebet

Guter Gott, wir danken dir für das Geschenk jeder Berufung.

Wir bitten Dich um Menschen, die unsere Gesellschaft im Geist des Evangeliums prägen.

Berufe Frauen und Männer, die den Glauben verkünden und bezeugen: in den Familien, als Priester, Diakone, Ordensleute und als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Bereichen kirchlichen Wirkens.

Schenke uns die Berufungen, die unsere Kirche in der heutigen Zeit braucht.

 

Reponieren des Allerheiligsten: GL 592,3+4

 

Lied

GL 495 – Sakrament der Liebe Gottes

 

Segensgebet

So segne uns der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

 

Schlusslied

GL 405 – Nun danket alle Gott

 

 

 

Sr. Gabriele Lüdenbach FCJM, Paderborn