31. Oktober
Donnerstag der 30. Woche im Jahreskreis

Eucharistiefeier

 
Intention:
Säkularinstitute

 

Leitwort

Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns? (Röm 8,31b)

 

 

Einführung

Wer sich eingebunden und geborgen weiß, hat einen festeren Standpunkt als jemand, der dies nicht erfährt. Er kann sich unbefangen auf ein Gegenüber einlassen, ihm offen begegnen. Wer einen sicheren Stand hat, wird einen anderen Menschen nicht verändern wollen, um selbst daraus Nutzen zu ziehen. Mit einem sicheren Standpunkt können wir uns innerlich bewegen lassen, sind ansprechbar und lassen auch Anfragen zu. Wir müssen uns nicht verstecken, wir bleiben selbst dann stehen, wenn die äußeren Umstände vielleicht sogar bedrohliche Züge annehmen. Wer sich geborgen weiß, der kann in widrigen Zeiten ein Fels in der Brandung sein. Zugleich wird jemand, der sich gebunden weiß, den anderen zum Fragen bringen und ihn im guten Sinne herausfordern.

„Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?“ – Diese Frage des Apostels Paulus aus der heutigen Lesung bringt eine Haltung zum Ausdruck, die nicht überheblich wirken soll, sondern in der wir uns als Glaubende gebunden und geborgen wissen in der Liebe Gottes. So können wir anderen Menschen offen begegnen. Es geht um eine Haltung, die uns befähigt, missionarisch zu wirken, ähnlich, wie es die Mitglieder in den Säkularinstituten anstreben. Sie tun dies im Wissen darum, dass uns nichts von der Liebe Gottes scheiden kann, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn (vgl. Röm 8,39).

Für neue Berufungen in den Säkularinstituten wollen wir heute, am monatlichen Gebetstag um geistliche Berufungen, im Besonderen beten.

 

 

Kyrie

Herr Jesus Christus,

du hältst die Menschen in deiner Liebe.

Du lässt uns nicht fallen, auch wenn wir versagen.

In dir überwinden wir alle Not.

 

 

Tagesgebet (MB 307)

Gott.

Du suchst Menschen, die von dir sprechen

und der Welt deine gute Botschaft weitersagen.

Hilf uns,

Trägheit und Menschenfurcht zu überwinden

und deine Zeugen zu werden –

mit unserem ganzen Leben.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Lesung

Röm 8,31b–39

 

Evangelium

Lk 13,31–35

Fürbitten

Vater, in deinem Sohn Jesus Christus schenkst du uns alles. Darum bitten wir dich:

 

Im Vertrauen auf dieses Geschenk: um Berufungen zum priesterlichen Dienst und zum Ordensleben.

 

R Gott, unser Vater. – Nimm an unser Gebet.

 

In Dankbarkeit für dieses Geschenk: um Berufungen in die Säkularinstitute. R

 

In Freude über dieses Geschenk: um Standhaftigkeit und Offenheit im Glauben. R

 

In Liebe zu diesem Geschenk: für die jungen Menschen und ihre Berufung. R

 

Im Glauben an dieses Geschenk: für die Familien. R

 

In der Hoffnung auf dieses Geschenk: für unsere Verstorbenen. R

 

Gott, unser Vater, dein Sohn, der auferweckt worden ist, tritt für uns ein. Deshalb wissen wir unsere Anliegen und Bitten bei dir gut aufgehoben. Dafür danken wir dir und loben dich, jetzt und in Ewigkeit.

 

 

Gesänge

 

Zum Einzug

GL 416 – Was Gott tut, das ist wohlgetan

 

Antwortpsalm

GL 41,1 – Verse laut Lektionar

 

Halleluja

GL 175,3 – Vers laut Lektionar

 

Zur Gabenbereitung

GL 186 – Was uns die Erde Gutes spendet

 

Sanctus

GL 195

 

Agnus Dei

GL 203

 

Zum Dank

GL 382 – Ein Danklied sei dem Herrn

 

Nach dem Segen

GL 534 – Maria, breit den Mantel aus

 

 

 

Thomas Stahlberger, Freiburg

 

 

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Wort-Gottes-Feier

 

Intention: Säkularinstitute

 

Leitwort

Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns? (Röm 8,31b)

 

 

Lied

GL 464 – Gott liebt diese Welt

 

Liturgische Eröffnung

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

Einführung

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

wir teilen gerne ein: in diejenigen, die zu uns gehören und es gut mit uns meinen, und in die anderen, die andere Auffassungen haben, die nicht zu uns passen und damit gegen uns stehen. Es gibt sogar Anzeichen, dass diese Haltung sich in den letzten Jahren verstärkt hat: Wer meine Position nicht teilt – der gehört zu denen, die bekämpft werden müssen. Dieses Motiv finden wir sowohl in der Politik als auch in der Kirche – oder auch im Zusammenleben in Vereinen und in der Nachbarschaft. Die Stimmung wird gereizter.

Wie bemerkenswert ist da die Aussage des Apostels Paulus in der heutigen Lesung: „Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?“ Wir brauchen gar nicht gegen andere in Stellung zu gehen, weil Gott auf unserer Seite ist. Wenn wir die Aussage des Apostels ernstnehmen, dann bewahrt sie uns davor, gegen andere in falscher Weise Position zu beziehen oder mit aller Gewalt etwas erreichen zu wollen. Vielmehr können wir unsere Aufgaben, unsere Berufung mit Gelassenheit und Vertrauen angehen: Gott ist an unserer Seite. Er ist für uns.

Das gilt es gerade auch zu bedenken, wenn wir auf das Verhältnis von Kirche und Welt sehen. Am heutigen Gebetstag um geistliche Berufungen wollen wir besonders an die Mitglieder in den Säkularinstituten denken, denen es ein Anliegen ist, Welt und Kirche miteinander zu verbinden.

Wie oft wird die Welt von der Kirche kritisch betrachtet und das Negative in ihr hervorgehoben. Und sicher: Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die dazu Anlass geben. Aber wieviel mehr können wir uns auch daran freuen, dass Gott dennoch in der Welt wirkt. Dass er mit uns ist – auch an Orten und in Situationen, wo wir es nicht vermuten und erwarten. Es gibt keine gott-losen Orte. Um das aufzuzeigen, wollen die Mitglieder der Säkularinstitute überall dort, wo sie leben und arbeiten, den Glauben bezeugen und nach den evangelischen Räten leben.

In dieser Feier wollen wir darum beten, dass ihr Zeugnis kraftvoll ist – und dass viele Menschen bereit sind, auch außerhalb der Kirchenmauern den christlichen Glauben zu bekennen.

 

 

Christusrufe

Herr Jesus Christus,

du bist in unsere Welt gekommen, um Hoffnung zu schenken.

Du hattest keine Berührungsängste, sondern warst überall dort, wo man dich gebraucht hat.

Stärke uns, dass auch wir in die Welt gehen, um Zeugnis von deiner Frohen Botschaft abzulegen.

 

 

 

Gebet

Allmächtiger Gott,

du bist unseren Augen verborgen, aber in unserer Welt doch so vielfältig gegenwärtig.

Hilf uns, dass wir deine Gegenwart mitten unter uns erkennen. Lass uns dankbar sein für dein Wirken an uns und in unserer Welt, und gib uns den Mut, dich zu bezeugen.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

Lesung

Röm 8,31b-39

 

 

Antwortgesang

Im Psalm 8 wird der Mensch als herausgehobene Schöpfung Gottes betrachtet. Wenn wir diesen Psalm nun miteinander beten, kann er uns dazu anregen, nach unserem Platz in der Heilsgeschichte zu fragen.

Psalm 8 – GL 33

 

Lied

GL 446 – Lass uns in deinem Namen, Herr

 

 

Gesätz des Rosenkranzes

Jesus Christus will, dass wir in der Welt wirken und von ihm Zeugnis geben. Er selbst ist in die Welt gekommen, um Hoffnung zu verbreiten und zur Liebe aufzurufen. Er hat die Botschaft vom Reich Gottes verkündet, das bereits in dieser Welt angebrochen ist. Gott wirkt in unserer Welt.

Wenn wir nun zum Abschluss des Rosenkranzmonats Oktober ein Gesätz des Rosenkranzes beten, wollen wir dies in dem Anliegen tun, dass die Mitglieder der Säkularinstitute – aber auch wir alle – diese Hoffnung in unsere Welt tragen. Beten wir miteinander das Gesätz: „...der uns das Reich Gottes verkündet hat.“

 

Evangelium

Lk 13,31-35

 

 

Impuls

Ein hartes Evangelium. Jesus wird mit seinem Tod konfrontiert.

Diejenigen, die es gut mit ihm meinen, raten ihm zur Flucht. Doch Jesus entgegnet, dass er in Jerusalem sein muss, um dort umgebracht zu werden. Er begeht keine Welt-Flucht. Er stellt sich seiner Aufgabe, auch wenn sie ihn das Leben kosten wird.

Auch wir können uns die Welt nicht einfach so schaffen, wie wir sie gerne hätten. Vieles können wir nicht ändern, und es ist auch Teil unseres Lebens, damit umzugehen. Aber nicht fatalistisch: Wir sind in diese Welt gesandt, um uns in ihr einzubringen. Denken wir in einem Moment der Stille darüber nach, wo und wie wir ganz konkret heute oder morgen das Licht des Evangeliums in unsere Welt bringen wollen.

 

 

Fürbitten

Gott, unser Vater, du bist in unserer Welt zugegen, auch wenn wir dich und dein Wirken oftmals nicht wahrnehmen. Im Vertrauen darauf, dass du mitten unter uns bist, rufen wir zu dir:

 

In den Säkularinstituten haben sich Menschen verpflichtet, deine Liebe in der Welt zu bezeugen. Gib ihnen die Kraft und die Ausdauer, ihrem Versprechen treu zu sein, und lass sie für diejenigen, denen sie begegnen, durch ihr Beispiel eine Brücke zu dir sein.

R Du Gott des Lebens. – Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Junge Menschen sind voller Ideale; sie wollen an einer Welt des Friedens und der Hoffnung mitbauen. Zeige ihnen, wo ihr Einsatz gefragt ist, um für das Evangelium einzutreten. R

 

Priester und Ordensleute zeigen durch ihre Existenz, dass es mehr gibt als die diesseitige Welt. Lass ihre Bereitschaft zum Verzicht fruchtbar werden. R

 

Wir leben in dieser Welt, um sie zu gestalten und in ihr den Weg zum Heil zu finden. Zeige allen Christen, was ihre Aufgabe ist, um deine gute Schöpfung zu bewahren und gegen das Böse zu kämpfen. R

 

Unsere Welt erlebt viele Brüche und Verfehlungen. Sei besonders denen nahe, die unter Krieg, Gewalt und Terror leiden; die durch Streit, Neid und Intrigen Opfer anderer Menschen geworden sind. Führe sie auf den Wegen des Heils durch alle Bedrängnis hindurch zu einem erfüllten Leben. R

 

Vaterunser

Alle unsere Bitten, die ausgesprochenen und die unausgesprochenen, wollen wir in dem Gebet zusammenfassen, das uns Jesus selbst zu beten gelehrt hat: Vater unser ...

 

 

Schlussgebet

Allmächtiger Vater,

überall in unserer Welt können wir deine Spuren entdecken. Du willst, dass wir inmitten der Welt deine Zeugen sind. Hilf uns, das Gute zu sehen, das es in unserem Leben gibt und dafür dankbar zu sein. Gib uns die Kraft gegen alles vorzugehen, was deinem Willen in unserer Welt widerspricht und mache uns immer mehr zu Menschen, die Hoffnung ausstrahlen und von deiner Liebe erfüllt sind.

Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.

 

Segen

Der Segen des dreifaltigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes komme über uns herab und bleibe bei uns allezeit.

 

Lied

GL 521, 1+3+5 – Maria, dich lieben

 

 

 

Michael Maas, Freiburg