2. April 2020


Donnerstag der 5. Fastenwoche

EUCHARISTIEFEIER

 

 

Intention: Pastoral- und GemeindereferentInnen

 

Leitwort: Ich schließe meinen Bund zwischen mir und dir. (Gen 17,7)

 

Einführung

In vielen Ländern werden Priester mit dem Wort „Vater“ angesprochen. Als geistliche Väter sollen sie den Gläubigen Nahrung für ihren Glauben geben. Vor allem aber sollen sie mit ihrem Wirken auf den himmlischen Vater hinweisen.
Im Evangelium, das wir heute hören werden, sprechen die Juden von Abraham als dem Vater ihres Glaubens. Jesus hingegen verweist auf den himmlischen Vater. Genauso benötigen wir Menschen, Väter und Mütter des Glaubens, die auf den Vater im Himmel hinweisen und ihn bezeugen.
Am heutigen monatlichen Gebetstag für geistliche Berufungen denken wir besonders an die Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten. Auch sie dürfen sich als Väter und Mütter des Glaubens sehen. Letztlich ist jeder von uns eingeladen, selbst Vater und Mutter des Glaubens für andere zu sein. Das ist notwendig, damit der Glaube von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird.
Gemeinsam wollen wir den bezeugen, der unser aller Vater ist. Voller Vertrauen wollen wir im Kyrie Jesus Christus anrufen, der uns Menschen die Liebe seines Vaters offenbart hat.

 

Kyrie

Herr Jesus Christus,

du zeigst uns den Weg zum Vater.
Du fügst uns zu einer geistlichen Familie zusammen.

Du lehrst uns, den Vater zu bezeugen.

 

Tagesgebet (MB 130)

Allmächtiger Gott,
erhöre unser Gebet und beschütze uns,
denn wir setzen unsere ganze Hoffnung auf dich. Reinige uns von aller Sünde
und hilf uns, in deiner Gnade zu leben,
damit wir Erben deiner Verheißung werden. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Lesung

Gen 17,1a.3–9

 

Evangelium

Joh 8,51–59

 

Fürbitten

Himmlischer Vater, du hast deinen Sohn gesandt, um uns zu dir zu führen. Voll Vertrauen bringen wir unsere Bitten und Anliegen zu dir:

Für alle Priester: Lass sie geistliche Väter für die ihnen anvertrauten Menschen sein.

 

            R Gott, Vater im Himmel – wir bitten dich, erhöre uns.

 

Für die Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten: Stärke sie in der geistlichen Elternschaft für Menschen in ihren Gemeinden und Arbeitsbereichen. R

 

Für die jungen Menschen, die auf der Suche nach authentischen Zeugen des Glaubens sind: Lass sie geistliche Väter und Mütter finden. R

 

Für unsere Gemeinden: Mache sie zu Orten, an denen wir dir begegnen, und stärke uns in geschwisterlicher Liebe. R

 

Himmlischer Vater, du weißt um unsere Not und sorgst für uns. Wir loben und preisen dich und danken dir heute und in Ewigkeit.

 

Gesänge

 

Zur Eröffnung

GL 273 – O Herr, nimm unsere Schuld

 

Antwortgesang

GL 276 – Verse laut Lektionar

 

Halleluja

GL 175,2 – Vers laut Lektionar

 

Zur Gabenbereitung

GL 183 – Dir Vater Lobpreis werde

 

Sanctus

GL 135

 

Agnus Dei

GL 139

 

Zum Dank

GL 484 – Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben

 

Pfarrer Andreas Erndl, Passau

 

 

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WORT-GOTTES-FEIER

 

 

Intention: Pastoral- und GemeindereferentInnen

 

Leitwort: Ich schließe meinen Bund zwischen mir und dir. (Gen 17,7)

 

I. Eröffnung

 

Lied

GL 414 – Herr, unser Herr, wie bist du zugegen

 

Liturgische Eröffnung

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

Einführung

„Tut mir leid. Sie sind viel zu alt“. Das wäre wohl die Antwort, die ein 99-Jähriger erhalten würde, der bei einer Bank nach einem Darlehen fragt. Das Risiko wäre der Bank einfach zu groß. Das ist nachvollziehbar. „Ich schließe meinen Bund zwischen mir und dir.“ So hören wir nachher in der Lesung. Bei Gott ist es anders: er schließt seinen Bund mit Abraham, obwohl er schon neunundneunzig Jahre alt ist.

Wir Christen verstehen uns als einen Teil der Nachkommenschaft Abrahams. Beim Abendmahl hat Jesus diesen Bund mit Abraham – und uns als dessen Nachkommen – auf eine neue Ebene gehoben, als er ihn mit seinem eigenen Blut besiegelte: „Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes“.

Heute beten wir besonders für die Gemeinde- und Pastoralreferenten. Wie alle Christen stehen sie durch die Taufe begründet in der Nachfolge Jesu – und damit auch in der Nachkommenschaft Abrahams. Sie lassen sich von den Diözesen ganz bewusst dafür in Dienst nehmen, die Verbindung von Gott und Mensch zu stärken.

Rufen wir Jesus, der den Bund Gottes mit uns Menschen auf eine neue Ebene gestellt hat, im Kyrie an.

 

Christusrufe

GL 163,4

 

Tagesgebet (MB 130)

Allmächtiger Gott,
erhöre unser Gebet und beschütze uns,
denn wir setzen unsere ganze Hoffnung auf dich.

Reinige uns von aller Sünde
und hilf uns, in deiner Gnade zu leben,

damit wir Erben deiner Verheißung werden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

 

II. Verkündigung des Wortes Gottes

 

Lesung

Gen 17,1a.3–9

 

Antwortgesang
GL 450 – Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht

 

Evangelium

Joh 8,51–59

 

Impuls

„Ich schließe meinen Bund zwischen mir und dir.“ Das sagt Gott zum 99-jährigen Abraham.
Sicherlich sind Altersangaben im Alten Testament mit einer gewissen Vorsicht zu genießen – es ist jedenfalls kaum vorstellbar, dass Methusalem tatsächlich 969 Jahre alt geworden ist. Und natürlich geht es hier um mehr als um einen Darlehensvertrag wie in der Einleitung geschildert. Es bleibt aber die Frage: Warum will Gott ausgerechnet mit einem so alten Mann seinen Bund aufrichten? Eine mögliche Antwort darauf ist
so einfach wie naheliegend: Weil Gott nicht nur mit Abraham, sondern auch mit dessen Nachkommen diesen Bund schließt. Abraham ist nur der Anfang des Bundes. Die Verheißung ist auf die Zukunft gerichtet und ihre Erfüllung übersteigt das irdische Lebensalter Abrahams bei Weitem. Wenn wir genauer hinschauen, können wir in diesem Bund noch eine weitere Dimension entdecken. Denn die wörtliche Übersetzung der entsprechenden Bibelstelle lautet sogar „einen Bund schneiden“. Ja, dieser Bund hat im wahrsten Sinne des Wortes einschneidende Auswirkungen und bleibt nicht bloß an der Oberfläche. Wir kennen das aus dem Brauch der Blutsbruderschaft, wie er etwa bei den Germanen oder Indianern bekannt war. Das Miteinander zweier Freunde geht so tief, dass sie sich selbst schneiden, um mit ihrem Blut die Verbindung untereinander zu besiegeln. Auch im Alten Testament findet die Hingabe, die im Bund

der Menschen mit Gott besteht, einen solchen starken Ausdruck. In der Beschneidung wird deutlich, dass der Bund Gottes mit den Menschen mit Ernst vollzogen wird. Die Initiative dazu geht von Gott aus. Er erhöht den Menschen, indem er ihm seinen Bund anbietet. All das tut er, ohne viel von Abraham zu verlangen. In der gehörten Bibelstelle besteht die einzige Verpflichtung für Abraham und seine Nachfahren darin, den Bund zu halten. Die Auswirkungen davon bleiben bis heute bestehen: Weil Gott den Bund mit Abraham und seinen Nachkommen schließt, können auch wir gewiss sein, dass Gott uns trägt, wenn wir an ihm festhalten.

 

III. Antwort der Gemeinde

 

Lied

GL 477 – Gott ruft sein Volk zusammen

 

Fürbitten
Guter Gott, du hast Abrahams Not gesehen und ihm deine Verheißung geschenkt. Erhöre auch uns, wenn wir zu dir beten:

Für alle, deren Lebensweg in eine Sackgasse zu führen scheint: Dass sie einen Weg finden und spüren, dass du mit ihnen gehst.

 

            R Gott unser Vater – wir bitten dich, erhöre uns.


Für alle, die deinen Ruf vernehmen, aber unsicher sind: Dass sie Vertrau-

en schöpfen und es wagen, dir zu folgen. R

 

Für alle, die als Gemeinde- oder Pastoralreferentinnen oder -referenten vor den Menschen Zeugnis für dein Wirken geben: Dass du ihnen die Kraft gibst, voller Freude für deine Frohe Botschaft einzutreten. R

 

Für alle, denen es schwerfällt, an dich zu glauben: Dass sie Erfahrungen machen, die sie ermutigen, sich auf dich einzulassen. R

 

Für alle, deren Weg auf dieser Erde zu Ende ist: Dass sie die Erfüllung deiner Verheißung schauen dürfen. R

 

Vaterunser

Diese Bitten und auch unsere ganz persönlichen Anliegen lassen wir ein- münden in das Gebet, das Jesus seine Jünger gelehrt hat: Vater unser ...

 

IV. Abschluss

 

Lied

GL 452,1–3 – Der Herr wird dich mit seiner Güte segnen

 

Segensbitte

Guter Gott,
du hast mit Abraham einen Bund geschlossen
und deine Verheißung an ihn erfüllt.
Du bist treu in allem, was du tust.
Wie du mit Abraham gegangen bist,
so gehe auch mit uns auf all unseren Wegen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Und so segne und begleite uns der treue Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

 

Entlassruf

Singet Lob und Preis. – Dank sei Gott dem Herrn.


Bernhard Wuchenauer und Sr. Luise Ziegler, Rottenburg