4. November 2021
Heiliger Karl Borromäus - Bischof

EUCHARISTIEFEIER

 

 

Intention: Gemeinde- und Pastoralreferent/innen

 

Leitwort: Übertrefft euch in gegenseitiger Achtung. (Röm 12,10)

 

Einführung

In der heutigen Schriftlesung hören wir, dass Gott den Menschen verschiedene Gaben gegeben hat. Diese Gaben, die jeder einzelne von uns hat, sind Geschenk und Aufforderung zugleich. Wir mussten sie uns nicht verdienen, aber verbunden damit ist der Auftrag, diese Gaben zum Blühen zu bringen und sie für andere und letztlich für das Reich Gottes einzusetzen. Wenn es im heutigen Leitwort heißt „Übertrefft euch in gegenseitiger Achtung“, dann ist damit nicht ein Wettstreit gemeint, den wir untereinander austragen sollen, sondern es wird die gegenseitige Achtung als Grundhaltung der Begegnung in den Mittelpunkt gestellt. Gott hat in jeden einzelnen Menschen Großes hineingelegt. Wer bin ich also, dieses Große in meinem Gegenüber nicht wahrzunehmen oder gar auf ihn herabzusehen? Vielmehr sollen wir zu Meistern der gegenseitigen Achtung werden. Ein solcher Meister der Achtung war der heilige Karl Borromäus, dessen Gedenktag wir heute feiern. In seinen zahlreichen Reisen durch sein Bistum begegnete er vielen Menschen und setzte sich in den Pestjahren für ihre Fürsorge ein.

Am heutigen Gebetstag um geistliche Berufungen beten wir in besonderer Weise für alle Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten, dass sie ihre Begabungen für die ihnen anvertrauten Menschen einsetzen und zu wahren Meistern der Achtung werden.

 

Kyrie

Herr Jesus Christus,

du hast uns wunderbare Gaben geschenkt.

Du rufst uns in deinen Dienst.

Du führst deine Schafe als der Gute Hirte.

 

Tagesgebet (MB 823)

Herr und Gott,

erhalte in deiner Kirche den Geist,

von dem der heilige Karl Borromäus erfüllt war,

und gib ihr die Bereitschaft,

sich ständig zu erneuern.

Gestalte sie

nach dem Bild deines Sohnes Jesus Christus,

damit die Welt ihn erkennen kann,

unseren Herrn und Gott,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

Lesung

Röm 12,3–13

 

Evangelium

Joh 10,11–16

 

Fürbitten

Allmächtiger Gott, du guter Hirte, du gibst auf deine Schafe acht. Voll Vertrauen beten wir zu dir:

 

Du entflammst uns mit deinem Geist. Lass alle Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten für ihre Gabe brennen und andere mit der Freude ihres Glaubens und ihrer Berufung anstecken.

 

R Christus, du guter Hirte: – Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Du liebst uns als deine Kinder. Ermutige alle, die das Große, das du in sie hineingelegt hast, nicht sehen können, und schenke ihnen Wegbegleiter, die nicht müde werden, sie zu bestärken. R

 

Du Schöpfer allen Lebens. Steh allen bei, die sich für Menschenrechte und die Achtung der Würde des menschlichen Lebens einsetzen und schenke ihnen Durchhaltevermögen und Stärke. R

 

Du führst uns als Guter Hirte. Geh allen entgegen, die auf der Suche nach dir sind und sich nach dem Gott des Lebens sehnen. Rufe junge Männer als Priester in die Nachfolge des Guten Hirten. R

 

Du bist uns nahe. In Stille beten wir daher in unseren persönlichen Anliegen. – Stille R

 

Herr Jesus Christus, du bist der Gute Hirte, der die Seinen kennt und um ihre Sorgen und Freuden weiß. Dafür loben wir dich und danken dir, heute und in Ewigkeit.

 

Gesänge

 

Zur Eröffnung

GL 140,1-3 – Kommt herbei

 

Antwortpsalm

GL 37,1 – Psalm 23

 

Ruf vor dem Evangelium

GL 174,6

 

Zur Gabenbereitung

GL 474 – Wenn wir das Leben teilen

 

Sanctus

GL 200

 

Agnus Dei

GL 204

 

Zum Dank

GL 400 – Ich lobe meinen Gott

 

Schlusslied

GL 535 – Segne du, Maria

 

Laura Wolff, Trier



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WORT-GOTTES-FEIER

 

 

Intention: Gemeinde- & Pastoralreferent/innen

 

Leitwort: Übertrefft euch in gegenseitiger Achtung. (Röm 12,10)

 

I. Eröffnung

 

Lied

GL 543,1-4 – Wohl denen, die da wandeln

 

Einführung

„Die da oben und wir da unten“: Nicht wenige Menschen denken so. Sie haben Zweifel, ob „die da oben“ sich überhaupt für die Herausforderungen im Alltag eines „normalen“ Menschen interessieren, ob sie erahnen können, was „die da unten“ brauchen. Dieser grundsätzliche Zweifel bezieht sich auf Politikerinnen und Politiker genauso wie auf Vertreter der Kirche, auf Bischöfe, Kardinäle bis hin zum Papst. Dieser Zweifel ist kein neues Phänomen. Er besteht schon seit Jahrhunderten. Immer wieder hatten die Menschen – berechtigt oder unberechtigt – den Eindruck, dass „die da oben“ durch Rang und Stellung die Bodenhaftung verloren haben.

Heute gedenkt die Kirche des heiligen Karl Borromäus, im 16. Jahrhundert Erzbischof von Mailand. Er hatte die besten Voraussetzungen, um dem Klischee von einem „da oben“ zu entsprechen: aus adligem Hause, gut betucht, exzellente Ausbildung und eine hervorragende Stellung am päpstlichen Hof. Das hätte alles so weitergehen können. Doch 1563 wird er zum Bischof geweiht. Ihm wird die Erzdiözese Mailand anvertraut, und da macht er sich auf den Weg zu „denen da unten“. Christsein ist immer eine Bewegung hin zu den Menschen, die unsere Hilfe und Unterstützung brauchen.

 

Christusrufe

Herr Jesus Christus,

du hast dich an die Seite der Menschen gestellt.

In deiner Liebe hast du dich von unserer Not ansprechen lassen.

Du willst uns hineinziehen in das unverlierbare Leben bei Gott.

 

Tagesgebet (MB 832)

Herr und Gott,

erhalte in deiner Kirche den Geist,

von dem der heilige Karl Borromäus erfüllt war,

und gib ihr die Bereitschaft,

sich ständig zu erneuern.

Gestalte sie nach dem Bild deines Sohnes Jesus Christus,

damit die Welt ihn erkennen kann,

unseren Herrn und Gott,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

II. Verkündigung des Wortes Gottes

 

Lesung

Röm 12,3–13

 

Psalm

GL 37,1+2 – Der Herr ist mein Hirt

 

Evangelium

Joh 10,11–16

 

Impuls

Erst wollte er nur seiner berühmten Familie Ehre machen und seinem Onkel, Papst Pius IV, dienen. Karl kam ins Rom der Renaissance: Feste und Feiern, Prunk und Privilegien prägten dort das Leben. Doch er war anders. Er setzte sich für das Konzil von Trient und die Reform der Kirche ein und forderte: „Bischöfe haben in ihrer Diözese zu bleiben! Sie haben sich um die Gläubigen zu kümmern und eben auch um jene, denen die Seelsorge anvertraut ist.“ Das war sein Credo. Er verwirklichte so das Bild vom guten Hirten, das uns das Evangelium vorgestellt hat. Das war sein Ansporn.

Im Erzbistum Mailand führte er die sogenannte Visitation ein, den Besuch des Bischofs in den Pfarreien. Keiner seiner Vorgänger hatte sich in den Tälern des Ticino blicken lassen oder in kleinen Landgemeinden in der Lombardei. Dort hat er das Gespräch mit den Priestern gesucht. Dort ist er den verschiedensten Menschen begegnet mit den unterschiedlichsten Begabungen, wie es die Lesung beschreibt. Er wollte sie neu gewinnen für das Wort Gottes – eine zutiefst von Gott her kommende, dem Menschen zugewandte Pastoral. Er verstand es, ihre Eigenarten zu respektieren. Er verlangte zweifelsohne viel, aber er nahm sich eben davon nicht aus. Er inspirierte maßgeblich eine moderne Ausbildung der Priester und eine zeitgemäße Seelsorge. Er setzte in seinem Bistum die Beschlüsse des Konzils von Trient um, an dem er prägend mitgewirkt hatte. Das war glaubwürdig für „die da unten“ und gleichzeitig ein Stachel für seine Standesgenossen.

„Die da unten“ standen ihm immer vor Augen: Als er die frierenden Menschen auf den Straßen von Mailand sah, ließ er die prunkvollenVorhänge seines Palastes abnehmen und daraus Mäntel nähen. Als sich im Winter der Schnee mannshoch auftürmte und den Reis in der Poebene unter sich begrub, empfahl er den Bauern den Anbau des robusteren Mais. Im Dialekt heißt er deshalb bis heute „Carlùn“ – benannt nach ihm, San Carlo. Als die Pest in Mailand wütete, floh er nicht. Er blieb bei den Gläubigen und spendete den Kranken die Heilige Kommunion, ohne Rücksicht auf seine eigene Gesundheit. All dies hat sich tief ins Gedächtnis der Mailänder eingegraben. In seiner Zeit ging er im wahrsten Sinne an die Ränder, an die Peripherien, räumlich konkret wie im übertragenen Sinne. Möge seine unermüdlich Suche nach einer zeitgemäßen Pastoral und Seelsorge auch heute viele Menschen inspirieren, besonders diejenigen, die sich als Pastoral- oder Gemeindereferenten und –referentinnen in den Dienst der Kirche stellen wollen. Für ihr Wirken wollen wir heute im Gebet ein Schwerpunkt setzen.

 

Lied

GL 459 – Selig seid ihr

 

III. Antwort der Gemeinde

 

Fürbitten

Gütiger Gott, im heiligen Karl Borromäus verwirklichte sich etwas vom Bild des guten Hirten, der die Menschen sammelt, leitet und heiligt. Auf seine Fürsprache hin bitten wir:

 

R Guter Hirte: – wir bitten dich, erhöre uns.

 

Für unseren Papst und unsere Bischöfe: Um deinen Geist, dass sie nicht müde werden, den Menschen unserer Tage die Frohe Botschaft glaubwürdig vorzuleben. R

 

Für alle Gläubigen, die Angst haben vor den Veränderungen in der Kirche: dass sie sich vertrauensvoll auf deinen Geist einlassen können. R

 

Für die jungen Menschen: dass sie nicht müde werden, nach dem zu suchen, was du mit ihrem Leben an Großem verbindest, und dass sie sich von Enttäuschungen nicht entmutigen lassen. R

 

Für Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten: dass sie ihre Berufung erfüllend leben können. R

 

Für die Menschen, die sich danach sehnen, in ihrer jeweiligen Not gesehen zu werden: dass ihnen echte Zuwendung zuteilwird. R

 

Vaterunser

All unser Beten und unser Bitten, all das, was wir in Worte fassen können, wie auch das, was uns unausgesprochen im Herzen bewegt, bringen wir in dem Gebet vor dich, das du uns selbst zu beten gelehrt hast und das uns mit so vielen Menschen auf der Welt verbindet: Vater unser...

 

IV. Abschluss

 

Lied

GL 346 – Atme in uns, Heiliger Geist

 

Gebet

Herr, du stärkst uns mit jedem Wort, das aus deinem Mund hervorgeht.

Gib, dass wir mit dir verbunden bleiben und dich durch unser ganzes Leben

glaubwürdig bezeugen, wie es der heilige Karl Borromäus getan hat.

Öffne uns für deinen Heiligen Geist, damit wir immer besser erkennen,

wie wir mitwirken können am Aufbau deines Reiches, und damit wir

anderen die Möglichkeit geben, sich einbringen zu können.

Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.

 

Segensbitte

So segne uns der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

 

Entlassruf

Singet Lob und Preis. – Dank sei Gott dem Herrn.

 

Markus W. Konrad, Mainz