1. Juli 2021
Donnerstag der 13. Woche im Jahreskreis

EUCHARISTIEFEIER

 

Intention: Säkularinstitute

 

Leitwort: Hier bin ich. (Gen 22,1)

 

Einführung

„Hier bin ich“ antwortete Abraham Gott, ohne zu wissen, welche Botschaft, welcher Auftrag im Anschluss folgen würde. Dass Abraham seinen Sohn opfern soll, ist für uns das „Schreckgespenst“ einer Berufung: Was wäre, wenn Gott das Unmögliche von mir will? Dahinter verbirgt sich nicht nur meine Angst, sondern auch die Vorstellung, Gott könnte willkürlich und herzlos sein.

Beeindruckend ist nicht nur die Treue im Glauben, die Abraham unter Beweis stellt, sondern vielmehr sein Vertrauen in die Güte Gottes: „Er wird sich sein Opferlamm aussuchen“. Die Lesung schildert uns, dass Gott schließlich nicht nur einmal ruft, sondern die Berufung stets erneuert und vertieft. Abraham ist aufmerksam für den Ruf Gottes und handelt nicht blind, so dass das Leben seines Sohnes gerettet wird.

Lasst uns heute in diesem Gottesdienst um geistliche Berufungen beten, für Menschen, die den Ruf Gottes hören und ihm folgen wollen. In besonderer Weise denken wir heute an die Mitglieder der Säkularinstitute, die mitten in den Anfechtungen der Welt Zeugen der frohen Botschaft sein wollen.

 

Kyrie

Herr Jesus Christus,

du hast die Jünger berufen, ihren Alltag zu verlassen und dir zu folgen.

Durch deine Nähe hast du Menschen aufgerichtet und geheilt.

Du vergibst uns unsere Schuld und stärkst unser Vertrauen in dich.

 

Tagesgebet (MB 279)

Gott, unser Herr,

du verbindest alle, die an dich glauben,

zum gemeinsamen Streben.

Gib, dass wir lieben, was du befiehlst,

und ersehnen, was du uns verheißen hast,

damit in der Unbeständigkeit dieses Lebens

unsere Herzen dort verankert seien,

wo die wahren Freuden sind.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Lesung

Gen 22,1–19

 

Evangelium

Mt 9,1–8

 

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du hast dein Leben als das wahre Osterlamm geopfert, damit die Menschen neue Hoffnung schöpfen und dir wahrhaft vertrauen können. Mit unseren Bitten und Anliegen kommen wir zu dir:

 

R Herr des Lebens: – wir bitten dich, erhöre uns.

 

Beten wir um die Ausbreitung deiner frohen Botschaft: Stärke die Christen im Dienst an den Menschen durch deinen Heiligen Geist. R

 

Beten wir um Priester- und Ordensberufungen: Begleite alle jungen Menschen, die in ihrem Leben deinen Ruf in diese Form der Nachfolge vernehmen und sende ihnen gute geistliche Begleiter. R

 

Beten wir für unsere Firmbewerber: Entfache in ihnen deinen Heiligen Geist, dass sie deine Nähe erfahren und in ihrer Suche nach Wahrheit und Glück dir begegnen. R

 

Beten wir für die Säkularinstitute: Sende ihnen geistliche Menschen, die gemeinsam mit ihnen ihre christliche Sendung in der Welt leben und von dir Zeugnis geben. R

 

Beten wir für unsere christlichen Familien: Ermutige sie zu neuen und kreativen Wegen, ihren Glauben an dich miteinander zu leben. R

 

Allmächtiger und gütiger Gott, dein Geist führt uns auf dem Weg zu einem Leben in Fülle bei dir. Dir wollen wir danken und dich preisen heute und in Ewigkeit.

 

Gesänge

 

Zur Eröffnung

GL 491 – Ich bin getauft und Gott geweiht

 

Antwortpsalm

GL 629,3 – Ich gehe meinen Weg vor Gott

 

Ruf vor dem Evangelium

GL 175,3

 

Zur Gabenbereitung

GL 362 – Jesus Christ, you are my life

 

Sanctus

GL 198 – Heilig bist du großer Gott

 

Zum Dank

GL 456 – Herr, du bist mein Leben

 

Martin Kochalski, Dresden-Meissen

 

 

 

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WORT-GOTTES-FEIER

 

 

Intention: Säkularinstitute

 

Leitwort: Hier bin ich. (Gen 22,1)

 

I. Eröffnung

 

Lied

GL 531 – Sagt an, wer ist doch diese

 

Liturgische Eröffnung

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

Einführung

„Hier bin ich.“ Mit diesen Worten beginnen in der Heiligen Schrift mehrere Berufene ihre Antwort auf den Auftrag Gottes, der an sie ergeht. Mit diesen Worten treten in der Weiheliturgie oder bei Beauftragungen in den kirchlichen Dienst diejenigen nach vorne, die sich für die Kirche senden lassen.

„Hier bin ich.“ Mit diesen Worten setzt Abraham in der Lesung, die wir nachher hören werden, für all die vielen, die ihm noch folgen werden, einen Beginn. Was sich auf den ersten Blick einfach anhört – es geht um die schlichte Anwesenheit – führt zu viel mehr. Auch das zeigt die Geschichte mit Abraham in der Hauptrolle. Er soll seinen einzigen Sohn, Isaak, opfern. Starker Tobak.

Und Abraham ist tatsächlich dazu bereit. Ob er schon geahnt hat, dass Gott am Ende nicht bei seiner radikalen Forderung bleiben wird? Jedenfalls ist sein Vertrauen in Gott so groß, dass er sogar dazu bereit ist, seinen Sohn zu opfern. Er scheint sich sicher zu sein, dass Gott bei seiner Zusage bleibt, die er ihm gegeben hat.

Nachfolge Gottes – das wird jedenfalls deutlich – ist kein Job, den ich nach der Stechuhr erfüllen kann. Das ist nicht die Verheißung eines angenehmen Lebens, vielleicht mit Sommer, Sonne und Strand, wie das der nahe Urlaub ersehnen lässt. Das ist Herausforderung und bisweilen Zumutung. Das ist aber vor allem, auch das zeigt diese Geschichte, das immerwährende Mitgehen Gottes, der uns begleitet und der treu an unserer Seite steht.

In den Säkularinstituten leben im Sinne dieser Nachfolge heute Menschen, die diese Nähe Gottes besonders dort erfahren wollen, wo das „Leben“ spielt: mitten in der Welt und den alltäglichen Sorgen. Beten wir heute besonders für die Männer und Frauen in den Säkularinstituten, dass sie dieser Berufung gerecht werden können und darum, dass es viele (junge) Menschen gibt, die mitten in der Welt das Evangelium bezeugen wollen und sagen: „Hier bin ich.“

 

Christusrufe

Herr Jesus Christus,

zu allen Zeiten hast du Menschen in deine Nachfolge gerufen.

Du begleitest und stärkst uns auf all unseren Wegen.

Du hilfst uns, die Herausforderungen des Alltags zu bewältigen.

 

Tagesgebet (MB 1061)

Gott, du hast der Welt das Evangelium geschenkt,

damit es sie wie ein Sauerteig durchdringe.

Sei allen Christen nahe, die du berufen hast,

ein Leben mitten in der Welt zu führen.

Schenke ihnen den wahren christlichen Geist,

damit sie durch die rechte Erfüllung

ihrer weltlichen Aufgaben

am Aufbau deines Reiches mitarbeiten.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

II. Verkündigung des Wortes Gottes

 

Lesung

Gen 22, 1–9

 

Lied

Gl 446 – Lass uns in deinem Namen, Herr

 

Evangelium

Mt 9,1–8

 

 

Ausgehend von den eben gehörten Schriftstellen lassen sich einige Fragen formulieren, die uns helfen können, unsere eigene Berufung in den Blick zu nehmen. In der Stille (bzw. der Musik) können wir darüber nachdenken, was Nachfolge Jesu für einen jeden und eine jede von uns heute bedeutet.

Abraham vertraut Gott so sehr, dass er bereit ist, seinen Sohn zu opfern, weil Gott es von ihm verlangt. Im Evangelium spricht Jesus zu dem Gelähmten: „Hab Vertrauen!“ – Wo können wir vertrauen? Vertraue ich Gott? Meinen Mitmenschen? Wo fällt es mir schwer, zu vertrauen?

 

Stille/Musik

 

Im Evangelium bringen einige Leute einen Gelähmten zu Jesus und stellen ihn vor ihm ab. In der Lesung sagt Abraham: „Hier bin ich.“ – Wo bin ich gefordert, mich vor Gott zu stellen und ihm zu sagen, dass ich für ihn da bin? Was muss ich zu Jesus tragen, damit es von ihm geheilt werden kann?

 

Stille/Musik

 

Abraham bekommt die Zusage, dass er gesegnet ist, weil er auf Gott gehört hat. Er kann mit neuer Kraft in seinen Alltag zurückkehren. Der Gelähmte kann wieder stehen und seine Trage nehmen, um nach Hause zu gehen. – Wo muss ich einen Schritt weggehen, um mich anschließend mit neuer Kraft wieder dem Alltäglichen widmen zu können? Wo muss ich mir von Gott Stärkung erbitten für die Tätigkeiten, die ich zu erfüllen habe? Gibt es etwas, das mich im Alltag lähmt? Das Gott heilen kann?

 

Stille/Musik

 

Lied

GL 387,1+6+8 – Gott ist gegenwärtig

 

Gebet

Gott, du bist gegenwärtig in unserer Welt. Dich wollen wir ehren und

deine Größe und Güte bezeugen. Wir beten das Jahresgebet der Berufungspastoral,

das uns fragt: „Für wen bin ich da“.

(siehe Eucharistiefeiern Seite 7)

 

III. Antwort der Gemeinde

 

Fürbittgebet

Für die Fürbitten braucht es eine Weihrauschschale im Altarraum und Weihrauch.

„Für wen bin ich da?“ – da fallen uns vielleicht ganz konkrete Menschen aus unserem Alltag ein. Wir wollen diese Menschen Gott anvertrauen und darum bitten, dass sie ihre Berufung finden und leben.

Jeder und jede, die eine solche Person mit Namen nennen will, kann nun nach vorne kommen und ein Weihrauchkorn in die Schale legen und sagen, für wen er oder sie beten will.

 

Gebet

Herr Jesus Christus, so viele Menschen brauchen deine Stärkung, damit sie im Alltag dem entsprechen können, was ihre Berufung ist. Sei du bei ihnen. Sei du besonders bei all denen, die ihr Leben ganz dir geweiht haben: bei den Priestern und Ordensleuten, bei den Mitgliedern der Säkularinstitute, die inmitten der Welt für das Evangelium eintreten. Sei du besonders auch bei allen jungen Menschen, damit sie Vorbilder im Glauben finden, die ihnen dabei helfen, auf deinen Ruf zu achten.

 

Vaterunser

Du bist unsere Kraft, wo wir an Grenzen stoßen und nicht mehr weiterwissen. Mit deinen Worten wenden wir uns im Gebet an den Vater: Vater unser…

 

Ave Maria

Deine Mutter Maria hat dich aufgezogen und im Alltag begleitet. An ihrer Hand wollen wir durch das Leben gehen und beten: Gegrüßet seist du Maria…

 

IV. Abschluss

 

Segensbitte

Guter Gott, du bist mitten unter uns gegenwärtig. Du begleitest uns mit

deinem Segen und willst das Beste für uns. So beten wir: Stärke uns und

gib uns Kraft, wo wir allein zu schwach sind. Gib uns Vertrauen in dein

Mitgehen, wenn wir unsicher werden. Hilf uns, dir zu folgen und deine

frohe Botschaft zu bezeugen. Dazu stärke uns der dreifaltige Gott, der

Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

 

Entlassruf

Singet Lob und Preis. – Dank sei Gott dem Herrn.

 

Lied

GL 453 – Bewahre uns, Gott

 

Michael Maas, Freiburg