2. Febraur 2022
FEST DER DARSTELLUNG DES HERRN - TAG DES GOTTGEWEIHTEN LEBENS


EUCHARISTIEFEIER

 

 

Leitwort: Er soll den Weg für mich bahnen. (Mal 3,1)

 

Einführung
Im Volksmund heißt der heutige Festtag „Lichtmess“ und traditionell werden an diesem Tag die Kerzen gesegnet. Seinen Ursprung haben Namen und Brauch in den prophetischen Worten des greisen Simeon, der Jesus als „Licht, das die Heiden erleuchtet und Herrlichkeit für sein Volk Israel“ preist. So wie Simeon das kleine Kind in Marias Armen als Heil der Welt preist, so sollen wir, wenn wir das Fest der Darstellung des Herrn feiern, auf Christus hinweisen, der nicht nur unser Heil möchte, sondern das der ganzen Welt. Die Menschen gottgeweihten Lebens, deren Tag wir heute zudem begehen, haben sich das zur Lebensaufgabe gemacht. Beten wir darum, dass das Zeugnis all jener, die sich Gott geweiht haben, für die Ausbreitung des Evangeliums fruchtbar ist und in vielen jungen Menschen die Sehnsucht geweckt wird, ihr Leben in den Dienst Gottes zu stellen.

 

Kyrie
Herr Jesus Christus,
du bist das Heil aller Völker. – Kyrie, eleison!
Dein Glanz erfüllt den Erdkreis. – Christe, eleison!
Bei dir ist Licht und Leben. – Kyrie, eleison!

 

Tagesgebet (MB 623)
Allmächtiger, ewiger Gott,
dein eingeborener Sohn hat unsere menschliche Natur angenommen
und wurde am heutigen Tag im Tempel dargestellt.
Erneuere unser Leben und Denken,
damit wir mit reinem Herzen vor dein Antlitz treten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

1. Lesung
Mal 3,1–4

 

2. Lesung
Hebr 2,11–12.13c–18

 

Evangelium
Lk 2,22–40

 

Fürbitten
Christus, der Abglanz des Vaters, erleuchtet die Dunkelheiten unserer Welt. Ihn bitten wir:

Für alle Männer und Frauen, die als Priester oder in Orden und geistlichen Gemeinschaften ihr Leben Gott geweiht haben: Dass sie Hoffnung bringen, wo Niedergeschlagenheit herrscht, Glauben nähren, wo Zweifel nagt und Liebe schenken, wo Kälte die Herzen beherrscht.

R Christus höre uns!

– Christus, erhöre uns!

Für die Nationen dieser Welt: Dass ihre Regierenden sich nicht von kurzfristigen Vorteilen leiten lassen, sondern miteinander im Licht der Weisheit eine friedvolle Zukunft für unsere Erde gestalten. R

Für deine Kirche: Entfache in vielen jungen Menschen das Feuer der Sehnsucht, dir als ihrem Herrn und Erlöser nachzufolgen und sich rufen zu lassen als Arbeiterinnen und Arbeiter in deinem Weinberg. R

Für uns selbst: Erfülle uns mit unbeirrbarem Vertrauen in deine Wiederkunft und unerschöpflicher Ausdauer in der Verkündigung deiner frohen Botschaft. R

Für unsere Verstorbenen: Lass sie eingehen in das Licht der ewigen Herrlichkeit des Vaters und Frieden finden in seiner Gegenwart. R

Darum bitten wir dich, Christus, der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und herrschst in Ewigkeit.

 

 

Gesänge

 

Zur Eröffnung
GL 374 – Volk Gottes, zünde Lichter an

 

Gloria
GL 173,1+2

 

Antwortpsalm
GL 56,1+2 – Freut euch, wir sind Gottes Volk

 

Zur Gabenbereitung
GL 474 – Wenn wir das Leben teilen

 

Sanctus
GL 197 – Heilig, heilig, heilig Gott

 

Agnus Dei
GL 204

 

Zum Dank
GL 384,1–3 – Hoch sei gepriesen unser Gott

 

Schlusslied
GL 528,1+2 – Ein Bote kommt, der Heil verheißt

 

Gerhard Pöpperl, Regensburg

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WORT-GOTTES-FEIER

 

Leitwort: Er soll den Weg für mich bahnen. (Mal 3,1)

 

 

I. Eröffnung

 

Lied
GL 247 – Lobt Gott, ihr Christen alle gleich

 

Liturgische Eröffnung
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

Einführung
„Er soll den Weg für mich bahnen“ – mit diesen Worten stellt uns die erste Lesung aus dem Buch Maleachi den geheimnisvollen Boten des Bundes Gottes vor. Dieser Bote ist keine harmlose Gestalt, kein bloßer Botschafter, sondern wird mit einem läuternden Feuer verglichen. Indem er zur Umkehr und zum rechten Opfer aufruft, bahnt er den Weg für Gott.

Ein Bote Gottes zu sein – das ist jedem von uns durch unsere Taufe aufgetragen. Und auch wenn wir in dieser Berufung vielleicht nicht so donnernd auftreten werden wie die Gestalt im Buch Maleachi, soll doch das Feuer auch unser Kennzeichen sein: wir sollen brennen für Jesus. Denn nur Herzen, die für die Liebe Gottes brennen, können auch die Herzen der anderen erreichen.

„Er soll den Weg für mich bahnen“ – das ist auch das Leitwort zum Tag des gottgeweihten Lebens, den wir heute feiern. Wir beten für Menschen, die ihr Leben Gott geschenkt haben, weil sie für ihn brennen.

Durch ihr Versprechen von Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam geben sie ein unaufdringliches, aber bestimmtes Zeugnis für die höhere Wirklichkeit Gottes und bahnen darin auch für andere einen Weg zu ihm.

 

Christusrufe
Herr Jesus Christus, du bist das Feuer, das uns läutert.
Du entzündest unsere Herzen für deine Liebe.
Du sendest uns, dieses Feuer weiterzutragen.

 

Gebet (vgl. MB 623)
Allmächtiger, ewiger Gott,
dein eingeborener Sohn
hat unsere menschliche Natur angenommen
und wurde am heutigen Tag im Tempel dargestellt.
Erneuere unser Leben und Denken,
damit wir mit reinem Herzen vor dein Antlitz treten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

II. Verkündigung des Wortes Gottes

 

1. Lesung
Mal 3,1-4

 

Lied
GL 38 – Der Herr ist mein Licht und mein Heil

 

2. Lesung
Hebr 2,11-12.13c-18

 

Ruf vor dem Evangelium
GL 174,4 (Verse laut Lektionar)

 

Evangelium
Lk 2,22-40

 

Impuls
„Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.“ – Ist es nicht erstaunlich, dass diese befreiten, ja erlösten Worte von jemandem stammen, dem der Tod prophezeit wurde? Der alte Simeon jubelt, als er das Jesuskind erblickt, obwohl doch mit dessen Erscheinen das Ende seines eigenen Lebens eingeläutet ist. Was bewegt ihn dazu? Zum einen ist es sicher die verständliche Sehnsucht des alten Mannes, der seine Verheißung erfüllt sieht und dadurch seine Ruhe finden kann. Die Kirche wiederholt interessanterweise die Worte Simeons als Teil der Komplet Nacht für Nacht in ihrem Abendgebet. Diese Feier endet mit der Bitte um „eine ruhige Nacht und ein gutes Ende“. Neben dem Anliegen um einen guten Schlaf wird darin bereits die Nähe zum Tod, zum „Entschlafen“ deutlich.

Zum anderen zeigt der greise Simeon eine erstaunlich kindliche Haltung. Der Philosoph Ferdinand Ulrich hat einmal gesagt, dass Kinder vier Dinge können, die wir Erwachsene verlernen: Staunen, Spielen, Hoffen und Schlafen.

Im hohen Alter werden viele Menschen wieder kindlicher. Christlich gesehen ist das nicht verwunderlich, da sie sich ja ihrem Anfang nähern. Auch Simeon scheint diese Kindlichkeit wiedergewonnen zu haben. Er kann sich freuen wie ein Kind. Und er kann hoffen, denn er wartete „auf den Trost Israels“. Hier im Tempel, das Jesuskind in den Armen, hat sein Warten ein Ende, seine Sehnsucht hat sich erfüllt: „Meine Augen haben das Heil gesehen.“

Und das kindliche Staunen? Das Staunen übernehmen Maria und Joseph. Denn auch wenn sie beide mehr als alle anderen bereits wissen, dass dieses Kind etwas Besonderes ist, sind sie doch nur in den Tempel gekommen, um ihren Sohn dem Gesetz entsprechend zu weihen und ihr Opfer darzubringen. Dass da auf einmal ein alter Mann und eine alte Prophetin auf sie zukommen und unglaublich Großes über Jesus verheißen, damit haben sie nicht gerechnet.

Kinder können vier Dinge, die wir uns oftmals abtrainiert haben: Staunen, Spielen, Hoffen und Schlafen. Jesus sagt, dass wer ihm nachfolgen will, wie ein Kind werden soll. Dieser Auftrag ergeht auch an die Ordensleute. Im Beten der Komplet können sie mit den Worten Simeons diese Haltung einüben und uns ein Zeugnis davon geben, was es heißt, Jesus mit kindlichem Vertrauen nachzufolgen.

 

 

III. Antwort der Gemeinde

 

Glaubensbekenntnis
Bekennen wir gemeinsam unseren Glauben: Ich glaube an Gott…

 

Fürbitten
„Denn da er gelitten hat und selbst in Versuchung geführt wurde, kann er denen helfen, die in Versuchung geführt werden.“ Gott, dem unser Leben nicht fremd ist, tragen wir unsere Bitten vor:

Für die Priester, Ordensleute und alle, die ihr Leben Gott weihen. Um Mut und um Freude.

R Gott, du unser Heil.

– Wir bitten dich, erhöre uns.

Für alle jungen Menschen, die nach etwas Großem und Wertvollem suchen, dem sie ihr Leben weihen können. Um Ermutigung und gute Perspektiven. R

Für alle, die sich in ihrem Glauben auf sich alleingestellt fühlen und Anbindung suchen. Um Treue und um Ausdauer. R

Für alle, deren Fähigkeit zur Hingabe durch Süchte und Abhängigkeiten noch in Fesseln liegt. Um Hoffnung und um Freiheit. R

Für unsere Verstorbenen und alle, die in diesen Tagen sterben werden. Um Trost und um Frieden. R

 

Vaterunser
Legen wir diese und alle unsere unausgesprochenen Bitten in das Gebet, das Jesus selbst uns gelehrt hat: Vater unser…

 

 

IV. Abschluss

 

Segensbitte
Guter Gott,
in dem Kind, das Maria und Josef in den Tempel bringen, ist uns dein Heil erschienen und deine Zusage gegeben, dass du uns nicht verlässt. Im Vertrauen darauf bitten wir dich: segne uns und alle, für die wir gebetet haben. So begleite uns der gute und treue Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

 

Entlassruf
Singet Lob und Preis. – Dank sei Gott, dem Herrn.

 

Schlusslied
GL 241,1+2+4 – Nun freut euch, ihr Christen

 

Maximilian Gentgen, Freiburg

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